Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit

Erinnerungsort Olympia-Attentat: Besuch aus Israel

Siegerentwurf des Büros Brückner & Brückner Architekten

 
Bildungsminister Dr. Ludwig Spaenle und Ankie Spitzer (r.), Witwe des Fechters Andrei Spitzer, und Ilana Romano (l.), Witwe von Yossef Romano  

Am 27. November waren Ankie Spitzer, Witwe des Fechters Andrei Spitzer, und Ilana Romano, Witwe von Yossef Romano, zu Besuch im Bayerischen Landtag, um mit Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle den Fortgang des Projekts „Erinnerungsort Olympia-Attentat München 72“  zu erörtern. Beide Frauen waren 26 Jahre alt, als ihre Ehemänner und neun weitere Sportler bei dem von der palästinensischen Terrororganisation Schwarzer September verübten Anschlag auf die israelische Olympiamannschaft ermordet wurden.

Ilana Romano hatte zu diesem Zeitpunkt bereits drei kleine Töchter, Ankie Spitzer war Mutter eines einige Wochen alten Baby. Fast alle Sportler, die ermordet wurden, waren erst wenige Jahre oder sogar nur Monate zuvor aus Europa oder der damaligen Sowjetunion nach Israel eingewandert, um den Repressalien in ihren Heimatländern zu entfliehen.

Auch Ankie Spitzer, eigentlich Niederländerin, war erst seit einem Jahr in Israel, als das Attentat passierte: „Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich überhaupt nicht verstanden, was Terrorismus eigentlich ist“, erzählte sie bei Ihrem Besuch. Seitdem kämpfen die beiden Witwen gegen das Vergessen und für das würdige Erinnern der in München ermordeten Sportler.

 
 
Auszug aus der Eröffnung der 30. Plenarsitzung des Bayerischen Landtags am 27. November 2014 (Barbara Stamm, Landtagspräsidentin): Ein Klick in das Bild startet das Video  

Spitzer und Romano waren für drei Tage in München, um sich über den Erinnerungsort zu informieren. Nach einem Treffen mit dem  israelischen Generalkonsul Dr. Dan Shaham besichtigten sie die möglichen Standorte für den Erinnerungsort im Umkreis des historischen Attentatsortes beim Olympischen Dorf. Am 27. November wurden Frau Spitzer und Frau Romano von der Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm, am Beginn der 30. Plenumssitzung des Parlaments begrüßt. Frau Stamm hat sich bei den beiden für ihr Engagement für den Erinnerungsort bedankt.

Anschließend erörterten Frau Spitzer und Frau Romano  mit Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle den Stand der Entwicklung des Erinnerungsortes. Spaenle erläuterte dabei die Debatten, die es momentan mit den Anwohnern im Olympiadorf gibt. Diese hatten Unterschriften gegen den Standort Connollyberg gesammelt, woraufhin der geplante Erinnerungsort nun 100 Meter weiter östlich entstehen soll.

Ankie Spitzer sieht den neuen Standort als einen Kompromiss, mit dem sie sich aber, obschon sie den Conollyberg für geeigneter hält, durchaus auch anfreunden kann. Seit über 40 Jahren hätten sie und Ilana Romano sich für die Erinnerung an die Opfer eingesetzt: „Wir wollen nicht im negativen Sinne an das Attentat erinnern. Nein, wir wollen, dass man aus der Geschichte lernt. Und wir wollen, dass man etwas über die Persönlichkeiten der Opfer erfahren kann, sie standen alle mitten im Leben als sie ermordet wurden.“
Ankie Spitzer und Ilana Romano sind dankbar, dass endlich – in Ergänzung zu den bestehenden Namensdenkmalen – ein würdiger Erinnerungsort entstehen soll, der die Geschichte der Tragödie erzählt und über das historische Ereignis des Terroranschlages informiert.

 

Im Fokus: Erinnerungsort Olympia-Attentat in München

 
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© Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit   •   letzte Änderung am: 02.12.2014 12:49