Einsichten und Perspektiven. Bayerische Zeitschrift für Politik und Geschichte Landeszentrale für politische Bildungsarbeit

„Dann könnte Bayern im Süden von Deutschland werden, was Preußen im Norden ist“

Die Wissenschaftspolitik König Maximilians II. von Bayern (1811–1864)

Von Friedegund Freitag

 

König Maximilian II. von Bayern (1811–1864);
Ölgemälde von Wilhelm von Kaulbach, um 1848
Abbildung: Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg

Wenn sich 2011 der Todestag König Ludwigs II. von Bayern zum 125. Mal jährt, wird sich eine Vielzahl von Ausstellungen, Festivitäten und Publikationen mit dem sagenumwobenen „Märchenkönig“ beschäftigen. Angesichts des Ausmaßes, in dem dieser König immer noch die Fantasie der Nachwelt beflügelt, dürften den Veranstaltern ein großer Besucherandrang und den Buchhandlungen hohe Verkaufszahlen beinahe sicher sein. Wohl weit weniger Menschen werden in diesem Jahr des 200. Geburtstags von Ludwigs Vater Maximilian II. gedenken. Wenn man in Betracht zieht, dass Maximilian II. in der öffentlichen Wahrnehmung weit weniger präsent ist als sein Sohn Ludwig II. oder sein Vater Ludwig I., der allein durch das Schlagwort „Kunstkönigtum“ vielen ein Begriff ist, vermag dies kaum zu überraschen.

Dabei hat der dritte bayerische König während seiner Regierungszeit von 1848 bis 1864 in der bayerischen Hauptstadt München unübersehbare Spuren hinterlassen: Die Maximilianstraße, in der er seine Idee eines neuen Architekturstils umsetzte, zieht heute als noble Einkaufsmeile Besucher aus aller Welt an; das von ihm gegründete Bayerische Nationalmuseum, heute das Staatliche Museum für Völkerkunde, setzt in ihrer Mitte einen markanten Akzent. Vor allem aber das Maximilianeum, das am Ende der Maximilianstraße das rechte Isarhochufer bekrönt, zieht die Blicke auf sich. Nicht nur die von Maximilian II. gegründete, gleichnamige Studienstiftung für hoch begabte Abiturienten hat im Maximilianeum ihren Sitz, sondern auch der Bayerische Landtag. Es ist fraglich, ob dem gebürtigen Münchner oder dem Besucher von auswärts bewusst ist, dass er hier nicht nur das architektonische Erbe eines weiteren bauwütigen Monarchen aus dem Hause Wittelsbach vor Augen hat, sondern auch Zeugnisse einer Kultur- und Wissenschaftspolitik, die Maximilian II. zu einer Ausnahmeerscheinung unter den Fürsten des 19. Jahrhunderts macht und teilweise bis in die Gegenwart fortwirkt.

Die Persönlichkeit Maximilians II.

Die königliche Familie: König Maximilian II. von Bayern mit Königin Marie Friederike (1825–1889), Kronprinz Ludwig (1845–1886) und Prinz Otto (1848–1916) im Jahr 1860
Abbildung: Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg

Die Beschäftigung mit den Wissenschaften entsprang einer tiefen persönlichen Neigung Maximilians. Belegt ist von ihm der Ausspruch: „Wäre ich nicht in einer königlichen Wiege geboren worden, so wäre ich am liebsten Professor geworden; dieser Beruf hätte mich am meisten angezogen.“1) Und der Kulturhistoriker Wilhelm Heinrich Riehl urteilte über ihn: „Maximilian II. von Bayern hatte in seinem ganzen Wesen wenig Leidenschaftliches, aber eine Leidenschaft erfasste ihn, welche bei Fürsten selten sein mag: – die Leidenschaft zu lernen.“2)

Der bayerische Kronprinz hatte eine ausgezeichnete Ausbildung genossen. In Berlin und Göttingen hatte er in den Jahren 1829 bis 1831 bei Arnold Heeren, Friedrich Christoph Dahlmann und Friedrich von Raumer Geschichte und Staatsrecht gehört. Leopold von Ranke hatte ihm Privatvorlesungen in Berchtesgaden gehalten; der Kontakt zwischen beiden blieb ein Leben lang bestehen. Der schon dem Kronprinzen eigene wissenschaftlich-methodische Zugriff wurde auch kennzeichnend für seinen späteren Regierungsstil. Maximilian II. sammelte stets so viele Informationen wie möglich, holte von verschiedenen Seiten Ratschläge ein und stützte sich zudem auf eine Reihe von Gutachten, um sich ein umfassendes Bild zu machen. Dies ermöglichte ihm zwar einerseits, zu einem ausgewogenen Urteil zu gelangen, gestattete es andererseits aber Ratgebern, die sein Vertrauen genossen, erheblichen Einfluss auf seine Entscheidungen zu nehmen.

Das Ausmaß dieses Einflusses wurde von der bayerischen Öffentlichkeit stets mit einem gewissen Misstrauen verfolgt, vor allem, als der Sekretär und engste Vertraute des Königs, der aus Preußen stammende Historiker Wilhelm von Doenniges, in Verdacht geriet, nicht primär bayerische, sondern vielmehr preußische Interessen zu verfolgen. Dies rückte wiederum die Empfehlungen, die Doenniges im Hinblick auf die Erteilung von Professuren und die Besetzung von Lehrstühlen gegeben hatte, sowie generell die wissenschaftspolitischen Entscheidungen, die Maximili-an II. unter dem Einfluss dieses Ratgebers getroffen hatte, in ein schiefes Licht. Darauf wird jedoch später noch einzu-gehen sein.

Die Ziele der königlichen Wissenschaftspolitik

Von seiner persönlichen Präferenz abgesehen, verband sich mit der Wissenschaftspolitik Maximilians II. eine konkrete, vielschichtige Zielsetzung. Da war zunächst einmal der Wunsch, aus dem übermächtigen Schatten seines Vaters herauszutreten. Ludwig I. hatte die Entwicklung der Kunst in Bayern jahrzehntelang geprägt; unter ihm war München zu einer Kunststadt von europäischem Rang geworden. Wenn auch nicht ohne Ehrgeiz, es seinem Vater auf dem Gebiet der Kunst und der Architektur gleichzutun, so war sich Maximilian II. doch bewusst, dass er seine Energie einem anderen Bereich zuwenden musste, wenn er als König eigene Akzente setzen wollte. Mit der Wissenschaftspflege bot sich ihm ein neues, von seinem Vorgänger weniger dominiertes Aktionsfeld. Zwar hatte Ludwig I. bereits kurz nach seiner Thronbesteigung entscheidende Grundlagen gelegt. In der Absicht, die bayerische Hauptstadt zu einem Zentrum für Wissenschaft und Forschung zu machen, hatte er 1826 die Universität von Landshut nach München verlegt und ihre personelle Verbindung mit der Bayerischen Akademie der Wissenschaften veranlasst. An der neu angelegten, repräsentativen Ludwigstraße waren für die Universität und die Hof- und Staatsbibliothek monumentale Bauten entstanden. Persönlichkeiten wie der Philosoph Friedrich Wilhelm Schelling, der Philologe Friedrich Thiersch, der Germanist und Sprachforscher Johann Andreas Schmeller oder der katholische Theologe und Publizist Joseph Görres hatten zu ihrer Zeit dem Lehrbetrieb ein durchaus beachtliches Renommee verliehen. Aber trotz dieser vielversprechenden Anfänge war es um die Wissenschaftspflege zum Zeitpunkt von Maximilians Regierungsantritt eher schlecht bestellt. Das von Ludwig I. im Interesse seiner Kunstförderung verhängte Spardiktat hatte sich auf den personellen Sektor zunehmend nachteilig ausgewirkt. Doppelbeset-zungen, bei denen Professoren von der Akademie der Wissenschaften besoldet wurden und gleichzeitig an der Universität lehrten, waren keine Seltenheit. Die zweifache Belastung und damit einhergehende Überforderung dürften die Bereitschaft zu einem außergewöhnlichen Einsatz zweifellos gedämpft haben. Zudem hatten viele Professoren altersbedingt ihren wissenschaftlichen Zenit überschritten oder sie befanden sich nicht mehr auf dem neuesten Forschungsstand und hingen veralteten Lehrmethoden an, ohne jedoch jüngeren Kräften Platz zu machen. In den in der damaligen Wissenschaftslandschaft aufblühenden Fächern der Naturwissenschaften, der Medizin und Geschichte war der Lehr- und Forschungsstandard so weit gesunken, dass Bayern viel von seiner Attraktivität als Wissenschafts-standort verloren hatte.

Für Maximilian II. ergab sich daraus als einzig mögliche Konsequenz: „Was das Gebiet des Geistes betrifft, so will ich vor allem darauf sehen, daß alle Tore dem Geiste geöffnet werden, daß wir in der Entwicklung der Zeit nicht zurückstehen, sondern voranschreiten und so einen geachteten, verehrten Namen in Deutschland erhalten. Dann könnte Bayern im Süden von Deutschland werden, was Preußen im Norden ist, dann könnten wir an der Spitze der deutschen Staaten zweiten Ranges eine Großmacht bilden, wozu Österreich wegen seiner Füller außerdeutscher Interessen nicht befähigt ist.“3)

Maximilian wollte also das Universitäts- und Bildungswe-sen in Bayern auf ein Niveau bringen, bei dem man den Vergleich mit den großen deutschen Geisteszentren nicht zu scheuen brauchte. Bayern sollte nicht nur konkurrenzfähig, sondern als Wissenschaftsstandort in Deutschland sogar mit tonangebend werden und dadurch seinen Führungsanspruch unter den deutschen Mittelstaaten untermauern. Was dem Königreich an politischem Einfluss und militärischer Stärke fehlte, sollte es in geistig-kultureller Hinsicht wettmachen und auf diese Weise neben Österreich und Preußen seine Position als dritte Macht in Deutschland festigen. Die Förderung der Wissenschaften erfolgte also nicht nur um ihrer selbst willen, sondern stand immer auch im Dienste eines übergeordneten politischen Ziels.

Schwerpunktsetzungen

Im Alter von 36 Jahren inmitten der revolutionären Umwälzungen des Jahres 1848 durch die überraschende Abdankung seines Vaters Ludwig I. vorzeitig auf den Thron gekommen, hatte der junge König zunächst mehr als genug damit zu tun, für politisch stabile Verhältnisse zu sorgen, seine Herrschaft durch einen Reformkurs zu stabilisieren und gleichzeitig die Zukunft der Monarchie und damit auch der wittelsbachischen Dynastie zu sichern.

Maximilian II. konzentrierte sich daher zunächst darauf, ein tragfähiges Konzept für seine Wissenschaftspolitik auszuarbeiten. Dabei stützte er sich auf ein ganzes Heer von Beratern, darunter der schon erwähnte Wilhelm von Doenniges. Gelehrte und Fachleute unterschiedlichster Provenienz wurden zur Vorlage von Gutachten aufgefordert, bayerische Gesandte hielten in ganz Deutschland Ausschau nach vielversprechenden jungen Talenten, eine wissenschaftliche Kommission wurde ins Leben gerufen, welche die einzelnen Maßnahmen aufeinander abstimmen und koordinieren sollte. Anfang der 1850er Jahre wurden dann konkrete Schritte eingeleitet.

Kernpunkte waren dabei:

  1. die Neuausrichtung und Umgestaltung der bayerischen Hochschulen, wofür die Berufung renommierter Gelehrter aus ganz Deutschland eine wesentliche Rolle spielte;
  2. die Einrichtung wissenschaftlicher Kommissionen und Seminare an den Universitäten und der Bayerischen Akademie der Wissenschaften;
  3. umfangreiche Fördermaßnahmen, die nicht nur begabten Studenten, sondern ebenso wissenschaftlichen Vereinen und Gesellschaften sowie Forschungsprojekten und Expeditionen zuteil wurden, sowie
  4. die gesellschaftliche wie soziale Auszeichnung herausragender Literaten und Wissenschaftler.

Die Hochschulpolitik

In der Hochschulpolitik konzentrierten sich die Bemü-hungen Maximilians II. zunächst vor allem auf die bayerische Hauptstadt und die Ludwig-Maximilians-Universität. In München fanden sich geradezu ideale Ausgangsbedingungen, denn die Museen und naturwissenschaftlichen Sammlungen, die reich ausgestatteten Archive und Bibliotheken eröffneten der Forschung ein weites Feld. Weniger Aufmerksamkeit schenkte der König den Hochschulen in Würzburg und Erlangen.

Essenzieller Bestandteil der wissenschaftspolitischen Initiativen war, wie bereits erwähnt, die Berufungspolitik. Ließ man im personellen Bereich die nötige Voraussicht walten, so die Überzeugung des Königs, investierte man langfristig in die Zukunft des Landes. Durch die Berufung der in ihrem jeweiligen Fachgebiet als Koryphäen angesehenen Wissenschaftler konnte man einerseits den Lehr- und Forschungsstandard in Bayern zügig an das Niveau der führenden deutschen Zentren angleichen und andererseits den Grundstock zu einer längerfristigen Entwicklung legen, indem man im eigenen Land einen hochqualifizierten wissenschaftlichen Nachwuchs heranbildete, der später an die Stelle auswärtiger Kräfte treten konnte.

Maximilian II. empfand es als erhebliches Manko, dass zu Zeiten seines Vaters die bayerischen Hochschulen ihr wissenschaftliches Personal aus Kostengründen nur selten von außerhalb, sondern vorwiegend aus den eigenen Reihen bzw. aus landeseigenen Gymnasien und Lyzeen bezogen hatten. Zudem hatte Ludwig I., um den christlich-konservativen Grundcharakter der Universität zu bewahren, ab einem bestimmten Zeitpunkt weitaus mehr Wert auf die politische Haltung eines Kandidaten sowie auf die „richtige“ – das heißt die katholische – Konfession gelegt als auf wissenschaftliche Qualifikation.

Für Maximilian II. waren andere Kriterien ausschlaggebend. Er suchte nach Literaten, Naturwissenschaftlern und Historikern, die geeignet waren, die von ihm als verkrustet empfundenen Strukturen an den bayerischen Hochschulen aufzubrechen, die der Forschung neue Anstöße geben und gleichzeitig das geistig-kulturelle Leben in Bayern entscheidend bereichern konnten. In diesem Zusammenhang waren für ihn weder politische Ansichten noch Konfession oder Herkunft relevant. Sein Blick ging dabei gezielt über die Grenzen seines Königreichs hinaus. Die meisten Gelehrten, die den Ruf nach München erhielten – allein bis 1856 waren es 55 –, stammten aus Mittel- und Norddeutschland. Für diese zumeist protestantischen Gelehrten bürgerte sich rasch der wenig schmeichelhafte Spottname „Nordlichter“ ein. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, schlug ihnen in Bayern mehr oder weniger offene Ablehnung entgegen. Die Aufnahme in die Münchner Gesellschaft wurde ihnen verweigert – die meisten „Nordlichter“ lehnten es allerdings auch ab, sich darum zu bemühen – und die universitären Kreise hießen ihre neuen Mitglieder ebenfalls keineswegs herzlich willkommen. Letzteres war freilich wesentlich auf den Umstand zurückzuführen, dass der König sich wiederholt persönlich in die Berufungsverfahren einschaltete. Dabei überging er die üblichen Regularien ebenso rücksichtslos wie die zuständigen Stellen im Ministerium und an der Universität. Ebenso wenig zählten für ihn die Ansprüche früherer Anwärter, wenn es galt, einem Wunschkandidaten eine Professur zu verschaffen oder diesen in bestimmten Fakultätsgremien zu platzieren. Nicht selten ging mit der Besetzung eines Lehrstuhls oder der Verleihung einer Professur die zwangsweise Pensionierung altgedienter Professoren einher, deren Leistungen nicht mehr den ehrgeizigen Zielen des Königs entsprachen oder in deren konservativer Wissenschaftsauffassung und traditionellen Lehrmethoden Maximilian II. ein Hindernis für die Weiterentwicklung und Neuausrichtung der Universität sah.

Die Berufung außerbayerischer Gelehrter und Förderung einheimischer Wissenschaftler

Die „Einführung Alexander von Humboldts in einen Kreis berühmter Männer aus Kunst und Wissenschaft in Bayern“, Entwurf zu einem Fresko für das Maximilianeum in München
Abbildung: ullstein bild

Beispielhaft zeigt sich dies im Fachbereich Medizin. Der ehemals moderne Standard der medizinischen Fakultät war mit den Jahren erheblich gesunken; mit Ausnahme des Fachbereichs Anatomie haftete der gesamten Fakultät zu Recht der Ruf der Rückständigkeit an. Der längst fällige Wandel setzte 1851 mit der Berufung des Heidelberger Klinikers Karl von Pfeufer ein, der den wegen seiner konservativen, romantisch-religiös geprägten Wissenschaftsauffassung höchst umstrittenen und als fortschrittsfeindlich geltenden Johann Nepomuk von Ringseis ablöste. Wenig später erging der Ruf an Theodor von Bischoff, einem der führenden Anatomen und Physiologen seiner Zeit, und den Zoologen und Anatom Karl Theodor von Siebold.

Schrittweise setzte sich nun die rationale, exakten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen folgende, auf Analyse und Experiment basierende Medizin durch. Der Münchner Hygieniker Max von Pettenkofer wurde 1853 zum ordentlichen Professor für medizinische Chemie ernannt. Nicht zuletzt unter dem Eindruck der verheerenden Auswirkungen der Choleraepidemie, die 1854 in Bayern tausende von Opfern gefordert hatte, darunter Königin Therese, die Mutter Maximilians II., widmete sich Pettenkofer mit königlicher Unterstützung in den folgenden Jahren verstärkt der Erforschung von Ansteckungs- und Verbreitungswegen epidemischer Krankheiten. Dank seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse wurden in den folgenden Jahrzehnten große Fortschritte auf dem Gebiet der Seuchenbe-kämpfung erzielt; die Trinkwasserversorgung und sanitäre Situation in den Städten verbesserte sich erheblich. 1865 wurde eigens für Pettenkofer der Lehrstuhl für Hygiene eingerichtet.

Zahlreiche weitere Gelehrte aus anderen Fachbereichen fanden in der Ära Maximilians II. ihren Weg nach München: Der rheinländische Kulturhistoriker Wilhelm Heinrich Riehl zum Beispiel, für den 1859 der deutschlandweit erste Lehrstuhl für Kulturgeschichte geschaffen und der zum „Begründer der Volkskunde“ wurde, Philipp Johann Gustav von Jolly, dem der Ruf eines begnadeten akademischen Lehrers vorauseilte und der als Nachfolger Georg Simon von Ohms den Lehrstuhl für Experimentalphysik erhielt, der Dichter Emanuel Geibel, der 1852 zum Professor für Literatur und Ästhetik ernannt wurde, ohne dass damit allerdings ein Lehrdeputat verbunden gewesen wäre, die Schriftsteller Friedrich Bodenstedt und Paul Heyse. Den aus Bayern stammenden Philologen Karl Halm holte der König eigens aus Wien in die bayerische Hauptstadt zurück und übertrug ihm die Leitung der Bayerischen Staatsbibliothek; auch der Philologe Ernst von Lasaulx und der Kirchenhistoriker Johann Ignaz von Döllinger, die als politisch unbequem unter Ludwig I. zwangsweise in den Ruhestand versetzt worden waren, nahmen ihre Lehrtätigkeit 1849 wieder auf.

In konsequenter Ergänzung zu seiner Personalpolitik trieb Maximilian II. die Einrichtung von Instituten und Seminaren voran, veranlasste den Ausbau von Laboratorien und Kliniken und rief wissenschaftliche Kommissionen ins Leben.

Die Naturwissenschaften

Wie schon die Umgestaltung des Fachbereichs Medizin zeigt, richtete sich das besondere Augenmerk des Königs auf die Naturwissenschaften. An sie stellte er hohe Erwartungen, erhoffte er sich doch von der Umsetzung der neuesten Forschungsergebnisse eine deutliche Verbesserung des allgemeinen Lebensstandards sowie generelle Vorteile für die industrielle und landwirtschaftliche Entwicklung im Agrarstaat Bayern. Die Förderung der Naturwissenschaften verband sich folglich mit dem konkreten Anspruch an ihren unmittelbaren praktischen Nutzen.

Die Besetzung des Lehrstuhls für Chemie mit Justus von Liebig

Justus von Liebig (1803–1873); Fotografie von Franz Hanf-staengl, 1860
Abbildung: ullstein bild

„München bietet mir einen neuen Wirkungskreis. Ich habe mich verpflichtet, im Wintersemester Experimentalchemie in 6 Stunden zu lesen, sonst nichts, keine Praktikanten. Ich werde meine jungen Leute arbeiten lassen, aber nach meiner Auswahl. Ich bekomme Thaler 30000 zu einem ganz neuen Laboratorium und Zubehör, Thaler 5000 Besoldung jährlich, Thaler 2500 für Instandhaltung des Inventars und keine Praktikanten! Kann man so etwas von sich weisen? Unmöglich.“4)

Am Fall des Chemikers Justus von Liebig zeigt sich beispielhaft, zu welch großen Zugeständnissen Maximilian II. bereit war, wenn es galt, eine Kapazität in ihrem jeweiligen Fachgebiet an München zu binden – kaum ins Gewicht fallende Lehrverpflichtungen, ausreichend Zeit für eigene Forschungen, eine hervorragende Besoldung und zahlreiche Sondervergünstigungen, von denen einheimische Kollegen im Regelfall nur träumen konnten.

Natürlich knüpfte sich daran die Erwartung, dass die Forschungen Liebigs nutzbringende Anwendung finden und dazu beitragen würden, Bayern ein gehobenes wissenschaftliches Renommee zu verleihen. Für Liebig, dessen Berufung wesentlich dem in München ansässigen Chemiker Max von Pettenkofer zu verdanken war, wurde eigens ein neues chemisches Laboratorium errichtet und die bereits vorhandene, den Anforderungen nicht mehr genügende Anlage zu seinem Wohnhaus umgebaut. In dem hochmodernen Hörsaal, der zum Laboratorium gehörte, fanden sich zu den von Liebig ins Leben gerufenen Abendvorlesungen regelmäßig bis zu 300 Zuhörer und sogar Mitglieder der königlichen Familie ein. Liebig verstand es, in populärwissenschaftlichen Vorträgen die Grundlagen der Naturwissenschaften auch einem Laienpublikum anschaulich zu vermitteln; wenn er nicht selbst am Katheder stand, bestritten Kollegen aus verschiedenen Fachrichtungen die abendlichen Vorlesungen, so auch Heinrich von Sybel. Die mit chemischen Experimenten gepaarten Vorträge Liebigs hatten einen hohen Unterhaltungswert. Der Chemiker erfreute sich bald allgemeiner Beliebtheit und gehörte damit zu den wenigen „Nordlichtern“, die nicht ausgegrenzt oder sogar angefeindet wurden.

Dank der großzügigen Arbeitsbedingungen, die Maximilian II. ihm eingeräumt hatte, konnte sich Liebig verstärkt seinen Forschungen zur analytischen und organischen Chemie widmen. Dabei suchte er die Zusammenarbeit mit anderen naturwissenschaftlichen Teildisziplinen wie der Medizin und der Physik. Seine Forschungsergebnisse fanden nicht nur Anwendung in der Landwirtschaft – bahnbrechend wurde hier vor allem die Einführung des Kunstdüngers –, sondern unter anderem auch in der Nahrungsmittelherstellung. „Liebigs Fleischextrakt“ ist bis heute im Handel.

Liebig, der seit 1852 ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften war, wurde 1859 ihr Präsident. Er bekleidete dieses Amt bis zu seinem Tod 1873.

Das Mathematisch-Physikalische Seminar

Justus von Liebig in seinem Arbeitszimmer; zeitgenössische Illustration
Abbildung: ullstein bild

Mit der Gründung des Mathematisch-Physikalischen Seminars und des vielleicht bekannteren Historischen Seminars hielt Mitte der 1850er Jahre der Seminargedanke auch an der Universität in München Einzug. Dahinter stand die Idee, dass sich die Qualität der Lehre nur verbessern könnte, wenn man sich von der ausschließlichen Faktenpräsentation und -deutung durch den Lehrenden löste – heute würde man dies vielleicht als Frontalunterricht bezeichnen – und ergänzend zu den herkömmlichen Vorlesungen die Studenten im direkten Dialog und durch praktische Übungen zu selbstständiger Forschungsarbeit anleitete und gleichzeitig die angehenden Gymnasiallehrer sowohl pädagogisch als auch didaktisch auf ihre Lehrtätigkeit vorbereitete. Den Vorstand des Mathematisch-Physikalischen Seminars übernahmen der Mathematiker Philipp Ludwig von Seidel, der seine Erfahrungen aus seiner Zeit in Berlin und Königsberg mit einbrachte, und der Physiker Philipp Johann Gustav von Jolly. Mit Jolly, der vor allem durch seine Forschungen zur Verbesserung von Messinstrumenten und Messmethoden bekannt wurde – die Jolly´sche Federwaage etwa durfte in keinem physikalischen Institut fehlen –, wurde 1865 erstmals ein „Nordlicht“ Rektor der Ludwig-Maximilians-Universität.

Die Geisteswissenschaften

Richtete sich bei den Naturwissenschaften das Hauptaugenmerk des Königs auf die konkrete Anwendbarkeit der Forschungen, so verband sich mit seinen geschichtspolitischen Maßnahmen eine andere Zielsetzung. Die Folgen der Revolution von 1848 hatten den bayerischen Staat und die Monarchie in ihren Grundfesten erschüttert. Erschwerend kam hinzu, dass man gewissermaßen noch mit Altlasten zu kämpfen hatte. Als Königreich existierte Bayern schließlich erst seit 1806 und seine endgültige Ausprägung hatte das Staatsgebiet erst 1816 gefunden. Die Bemühungen um eine Integration der neubayerischen Gebiete waren längst noch nicht abgeschlossen und die konfessionellen, regionalen wie mentalen Unterschiede zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen erwiesen sich immer noch als stärker als ein etwaiges gesamtbayerisches Nationalbewusstsein. Vor dem Hintergrund der kleindeutsch-nationalstaatlichen Einigungsbestrebungen konnten die bedrohte Eigenständigkeit des bayerischen Staats und der Fortbestand der monarchischen Staatsform jedoch nur gesichert werden, wenn sich das Volk mit eben diesem Staat und dem Herrscherhaus identifizierte. Maximilian II. wies der Geschichtswissenschaft die Aufgabe zu, durch die Erforschung der bayerischen Vergangenheit und die Vermittlung der historischen Identität und landeseigenen Kultur an den bayerischen Universitäten und Schulen zur Schaffung eines bayerischen Nationalbewusstseins beizutragen:

„Die Geschichte der neuesten Zeit hat die providentielle Bestimmung Bayerns in Deutschland kundgethan [...] Zu einem Volke zu zählen, welchem in der deutschen Staatenfamilie diese hohe Bedeutung zukommt, und dessen Staatsbau wie kein anderer den revolutionären Stürmen der Neuzeit widerstanden hat, muß jedem Angehörigen des bayerischen Staates ein befriedigendes Gefühl gewähren, und ihn zu einem freudigen Aufblick zu seinem königlichen Herrn veranlassen [...] In diesem Sinne soll die bayerische Geschichte gelehrt und hierdurch bei der Jugend das bayerische Nationalgefühl geweckt [...] werden.“5)

Die Beförderung eines bayerischen Nationalbewusstseins ausgerechnet in die Hände eines Preußen, nämlich Heinrich von Sybels, zu legen, wirkte sich bei der Verwirklichung dieses Ziel allerdings eher kontraproduktiv aus.

Die Berufung Heinrich von Sybels auf den Lehrstuhl für Geschichte

Leopold von Ranke (1795–1886)
Abbildung: ullstein bild

1852 klagte der Mediävist Johann Friedrich Böhmer, in München sei es in „historicis ziemlich öde und leer“.6) Die Auffassung, dass es um die Geschichtswissenschaft schlecht bestellt sei und die Ludwig-Maximilians-Universität sich in dieser Hinsicht schon lange nicht mehr auf der Höhe ihrer Zeit befinde, teilte auch Maximilian II. Über 20 Jahre, von 1827 bis 1848, hatte mit Joseph Görres ein weithin bekannter Vertreter des politischen Katholizismus den Lehrstuhl für Geschichte innegehabt. Nach seinem Tod fehlte es nicht nur an einer großen, charismatischen Lehrpersönlichkeit, sondern vor allem an jemandem, der die kritische Geschichtswissenschaft an den bayerischen Hochschulen etablierte und damit Lehr- und Forschungsmethoden einführte, die dem damaligen modernen Standard entsprachen.

Maximilian II. hätte gerne Leopold von Ranke, dem „Vater“ der historisch-kritischen Methode, zu dem er seit seiner Kronprinzenzeit in engem Kontakt stand, an der Ludwig-Maximilians-Universität den Lehrstuhl für Geschichte verliehen. Da Ranke es jedoch vorzog, in Berlin zu bleiben, ging der Ruf an Heinrich von Sybel. Gleichzeitig mit diesem kam ein weiterer Ranke-Schüler, der gebürtige Würzburger Carl Adolf von Cornelius. In Sybel im Besonderen vereinten sich sämtliche Eigenschaften, welche die „Nordlichter“ den Bayern suspekt machten. Er war Preuße, liberal und Protestant, er lehnte das katholische Kirchentum offen ab und setzte sich mit Nachdruck für die kleindeutsche Reichsidee ein. Mit Unterstützung des Königs konnte er während seines Wirkens in München von 1856 bis 1861 dennoch einen dominierenden Einfluss auf die Entwicklung der Geschichtswissenschaften nehmen. Ab 1859 gab Sybel die Historische Zeitschrift heraus, die der interessierten Öffentlichkeit die kritische Geschichtswissenschaft sowie historische Fragestellungen und Forschungsansätze näherbringen sollte. Sybel war auch die eigentlich treibende Kraft hinter der Einrichtung zweier bedeutender wissenschaftlicher Institutionen, des Historischen Seminars an der Universität München und der Historischen Kommission an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Das Historische Seminar an der Ludwig-Maximilians-Universität

Heinrich von Sybel (1817–1895), Fotografie, 1860
Abbildung: ullstein bild

Auf Anordnung Maximilians II. wurde am 14. Januar 1857 an der Ludwig-Maximilians-Universität als eines der ersten in Deutschland das Historische Seminar gegründet. Ziel dieses Seminars war es, die Studenten zu wissenschaftlich fundierten, objektiven und methodisch-kritischen Forschungen anzuleiten und gleichzeitig die Lehramtskandidaten auf ihre künftige Aufgabe vorzubereiten. Wiewohl bereits von Wilhelm von Doenniges mit Nachdruck vertreten, ging die Gründung im Wesentlichen auf Heinrich von Sybel zurück, der schon an seiner vorherigen Wirkungsstätte in Bonn diese Unterrichtsform praktiziert hatte. Nachdem er seinen Kollegen Carl Adolf von Cornelius erfolgreich von der Mitleitung verdrängt hatte, fungierte Sybel bis zu seinem Weggang aus München 1861 als alleiniger Direktor des Seminars. Dies relativierte die ursprüngliche Absicht des Königs, mit dem katholischen Cornelius gewissermaßen ein Gegengewicht zu Sybel an der Universität zu installieren und dadurch die vor allem von der ultramontan gesinnten Presse geschürten Befürchtungen wegen eines protestantischen Übergewichts im Fach Geschichte zu beschwichtigen. Da Sybel sich zudem noch das alleinige Prüfungsrecht reserviert hatte, wurde erwartungsgemäß Unmut darüber laut, dass die Berufsausbildung der bayerischen Geschichtslehrer mehr oder weniger ausschließlich in den Händen eines protestantischen und noch dazu preußischen Historikers lag. Ungeachtet aller Vorbehalte gegen Sybel, die sich später übrigens in gleicher Weise gegen seinen Nachfolger Wilhelm von Giesebrecht richteten, war das Historische Seminar überaus erfolgreich. Von zahlreichen Studenten aus dem In- und Ausland besucht, trug es wesentlich dazu bei, die kritische Geschichtswissenschaft in München zu etablieren.

Die wissenschaftlichen Kommissionen an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften

Die Historische Kommission

Wilhelm von Doenniges (1814–1872); Fotografie von Franz Hanfstaengl, 1860
Abbildung: ullstein bild

Am 20. August 1858 wurde bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften die „Commission für deutsche Geschichts- und Quellenforschung“ gegründet. Ihre Aufgabe bestand darin, „sich vornehmlich mit der Auffindung und Herausgabe werthvollen Quellenmaterials für die deutsche Geschichte in deren ganzen Umfange [zu] beschäftigen, soweit dasselbe nicht in den Bereich bereits bestehender Unternehmungen fällt. Sie wird außerdem wissenschaftliche Arbeiten, die in diesem Gebiete nothwendig oder ersprießlich erscheinen, hervorzurufen suchen, sie wird endlich hervorragende wissenschaftliche Arbeiten dieses Gebietes, welche sonst nicht zur Publikation gelangen würden, veröffentlichen.“7)

Organisiert war die Kommission als übergreifende gesamtdeutsche Forschungseinrichtung. Zu den vorerst 18 ordentlichen Mitgliedern gehörten neben Leopold von Ranke, Jacob Grimm, Wilhelm von Giesebrecht, Johann Gustav Droysen oder Georg Heinrich Pertz auch einige in München tätige Gelehrte, nämlich Carl Adolf von Cornelius, Heinrich von Sybel, Karl Spruner von Merz, Heinrich Föhringer, Georg Thomas von Rudhart und Franz Löher. Erster Präsident wurde Leopold von Ranke, der gemeinsam mit Heinrich von Sybel bei dem König die Gründung angeregt hatte. Sybel fungierte bis 1861 als erster geschäftsführender Sekretär der Kommission, gemäß der Satzungen war er damit das einzige Mitglied, das tatsächlich ortsansässig sein musste; 1886 folgte er Ranke als Präsident nach.

Der Jahresetat der Kommission belief sich auf 15.000 Gulden, zusätzlich gewährte Maximilian II. aus seiner Kabinettskasse immer wieder finanzielle Zuschüsse; spätestens 1880 war die Kommission mit der Festsetzung einer dauerhaften Dotation fest etabliert. Zu den ersten großen Projekten der Kommission – und damit ist ihr Tätigkeitsfeld nur andeutungsweise skizziert – gehörte die Edition der deutschen Reichtagsakten seit dem späten 14. Jahrhundert, der deutschen Städtechroniken des Mittelalters, der Jahrbücher des Deutschen Reichs sowie eine Sammlung historischer Volkslieder. 1860 wurde auf den Antrag von Carl Adolph von Cornelius zudem beschlossen, die „Politischen Korrespondenzen der Fürsten aus dem Hause Wittelsbach“ aus dem 16. und 17. Jahrhundert herauszugeben. Das Aufgabengebiet erweiterte sich stetig. Mittlerweile hat sich die Historische Kommission längst zu einer hochangesehenen Forschungsinstitution entwickelt und ist aus der deutschen Wissenschaftslandschaft nicht mehr wegzudenken.

Die Naturwissenschaftlich-Technische Kommission

Eine wesentlich kürzere Dauer war der Naturwissenschaftlich-Technischen Kommission beschieden. Auf Anregung Max von Pettenkofers und mit königlicher Verfügung am 15. März 1852 ins Leben gerufen, hatte sie die Aufgabe, „die neuesten Erfindungen und Entdeckungen auf die verschiedenen Zweige der Technik zu beziehen und für sie möglichst nutzbar zu machen“.8) Wie generell in den Naturwissenschaften waren also der Praxisbezug und die Anwendbarkeit der Forschungsergebnisse entscheidend, wenn auch die Akademie, genauer gesagt die mathematisch-physikalische Klasse, dagegen den Einwand erhob, ihre Aufgabe könne nur eine reine, an keinen konkreten Zweck gebundene Grundlagenforschung sein.

Die Kommission setzte sich aus Vertretern verschiedenster Fachgebiete zusammen, zu ihren Mitgliedern gehörten bekannte Mineralogen, Astronomen, Chemiker, Physiker, Geologen, Mathematiker und Mediziner wie Johann Nepomuk von Fuchs, Franz von Kobell, Johann von Lamont, Emil von Schafhäutl, Justus von Liebig, Ludwig Buchner oder Philipp Ludwig von Seidel. Dank der Unterstützung durch den König, der aus seinem Privatvermögen mehrmals Zuschüsse gewährte, konnten bereits nach wenigen Jahren erste Fortschritte verzeichnet werden. Das Spektrum erstreckte sich dabei von Fragen der Gesundheitsvorsorge und Ernährungslehre über den menschlichen und tierischen Stoffwechsel bis hin zur Wiederbelebung alter künstlerischer Techniken und deren Überführung in den industriellen Herstellungsprozess. Der Umstand, dass die Tätigkeit der Kommission stark an die Person und vor allem an das Geld des Monarchen gebunden war, erwies sich indes bald als nachteilig. Ludwig II. stellte mangels Interesse die staatliche und persönliche Finanzierung ein. Damit kamen die Arbeiten zum Erliegen.

Begabtenförderung, Elitenbildung und geistiges Leben in München

Eine „Pflanzschule“ für Staatsdiener – die Studienstiftung Maximilianeum

Ansicht des Maximilianeums und der Maximiliansbrücke in München vom gegenüberliegenden Ufer der Isar, Postkarte/Lithografie, 1903
Abbildung: Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg

Wie gezeigt, bemühte Maximilian II. sich mit Nachdruck darum, durch die Schaffung geeigneter institutioneller, personeller und finanzieller Rahmenbedingungen, an den Universitäten und der Akademie der Wissenschaften eine intensive, modernen Standards entsprechende Lehr- und Forschungstätigkeit anzustoßen. Was die Ausbildung der künftigen Beamten in Justiz und Verwaltung anging, wollte der König allerdings nicht ausschließlich auf die regulären Studiengänge setzen, sondern durch eine frühzeitige Förderung hochbegabter Abiturienten die Elite des Landes für den höheren Staatsdienst heranziehen. Die 1852 zu diesem Zweck eingerichtete Studienstiftung Maximilianeum gewährte Ausnahmetalenten aus allen Bevölkerungsschichten unabhängig von ihrer Konfession oder ihrem sozialen Stand freie Kost und Logis sowie zusätzlichen Unterricht und damit die Möglichkeit, sich ungehindert von materiellen Erwägungen auf ihre spätere Tätigkeit im Staatsdienst vorzubereiten. Vorgesehen war die Aufnahme von 25 bis maximal 50 Stipendiaten. Als Stiftungskapital stellte Maximili-an II. aus seinem Privatvermögen testamentarisch 800.000 Gulden bereit, die Vermögensverwaltung oblag der Ludwig-Maximilians-Universität. Zusätzlich ließ der König nach den Plänen des Architekten Friedrich Bürklein am rechten Isarufer hoch über der Stadt einen monumentalen, ebenfalls Maximilianeum genannten Prachtbau errichten, welcher der Stiftung überschrieben wurde. Der Grundstein zu diesem „Nationalbau“, der wie viele andere kulturpolitische Maßnahmen des Königs auch dem Zweck diente, ein bayerisches Nationalgefühl zu befördern und den Namen des Stifters im Gedächtnis der Nachwelt zu verankern, wurde 1857 gelegt, die Fertigstellung erfolgte aufgrund wiederholter Finanzierungsschwierigkeiten allerdings erst 1874 und damit ein Jahrzehnt nach dem Tod Maximilians II.

Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut und erweitert, ist das Maximilianeum nach wie vor Sitz der gleichnamigen Studienstiftung und inzwischen auch des Bayerischen Landtags. Seit 1980 haben dank der „Wittelsbacher Jubiläumsstiftung“ auch hochbegabte Abiturientinnen die Möglichkeit, in das Förderprogramm aufgenommen zu werden.

Der bayerische Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst

Der bayerische Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst
Abbildung: Bayerisches Armeemuseum, Ingolstadt

Am 28.11.1853 wurde der bayerische Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst, der sich eng an den preußischen Orden Pour le mérite anlehnte, erstmals an eine Reihe von Künstlern und Wissenschaftlern vergeben. Dahinter stand der Wunsch, außergewöhnliche Verdienste in besonderer Weise zu würdigen und dadurch ein sichtbares Zeichen zu setzen, welch hohe Wertschätzung Literaten, Wissenschaftler und Künstler in Bayern genossen. Die Verleihung dieses vom König gestifteten Ordens sollte die geistige Elite des Landes gleichsam adeln, ihr den Zugang zum Hof, zur königlichen Tafel und zu hohen Festlichkeiten ermöglichen und ihr damit, ohne Rücksicht auf Stand, Herkunft, Konfession oder politische Überzeugung, vergleichbare Privilegien einräumen, wie sie die bayerische Aristokratie von Geburt an genoss. Die Verleihung des Ordens beschränkte sich indes nicht auf das bayerische Staatsgebiet. Von den 34 Wissenschaftlern, die den Orden 1853 erhielten, hatten nur zwölf ihren Wirkungsbereich in Bayern, wobei ein Teil noch nicht einmal aus dem Land stammte. 13 weitere waren in Berlin tätig, der Rest verteilte sich auf den gesamtdeutschen Raum. Unter den zu Lebzeiten Maximilians II. Geehrten befanden sich auch mehrere „Nordlichter“, da-runter Justus von Liebig und dessen Schwiegersohn, der Chemiker Moriz Carrière, Wilhelm von Doenniges, Heinrich von Sybel, Paul Heyse, Friedrich Bodenstedt, Emanuel von Geibel, Philipp von Jolly und Wilhelm Heinrich Riehl. Angesichts der Tatsache, dass die auswärtigen Gelehrten sich im Allgemeinen keiner großen Beliebtheit in der bayerischen Bevölkerung erfreuten, war ihre Auszeichnung durch den König auch als eine demonstrative Geste seiner uneingeschränkten Unterstützung zu verstehen.

Die königlichen Symposien

Maximilian II., der die geistigen Entwicklungen seiner Zeit mit regem Interesse verfolgte, suchte auch privat den Gedankenaustausch mit Gelehrten, Literaten und Künstlern. Was 1852 zunächst als ein vergleichsweise ungezwungener, poetisch-literarisch geprägter Zirkel begann, hatte spätes-tens 1855 die Form regelmäßiger, mitunter sogar mehrmals pro Woche stattfindender abendlicher Gesprächsrunden angenommen. Die mit einem erheblichen Prestige verbundene Ehre, zu einem solchen Symposium geladen zu werden, wurde zunächst vor allem den vom König nach Bayern berufenen „Nordlichtern“ zuteil, darunter Heyse, Bodenstedt, Geibel, Liebig, Sybel, Doenniges und Jolly. Das Spektrum der erörterten Themen erstreckte sich über Wissenschaft, Literatur und Politik bis zu religiösen, sozialen und anderen zeitgenössisch relevanten Fragen. Die intensive Diskussion mit Angehörigen verschiedener Fachrichtungen hatte für Maximilian II. nicht nur einen informativen Wert, sondern diente ihm auch zur kritischen Erörterung seiner wissenschaftspolitischen Pläne. Einer der Teilnehmer, der Kulturhistoriker Wilhelm Heinrich Riehl, bezeichnete die abendlichen Gesprächsrunden gar als die „Hauptwerkstätte“ der „mannigfachen Bildungspläne“ des Königs.9) Wie weit dies zutrifft, sei dahingestellt, jedenfalls beschäftigte sich Maximilian II. über die eigentlichen Sitzungen hinaus noch intensiv mit den dabei angefertigten Protokollen.

In der bayerischen Öffentlichkeit gaben die Symposien, über deren Inhalt und Ablauf anfänglich kaum Einzelheiten nach außen drangen, Anlass zu Spekulationen darüber, ob die geladenen „Nordlichter“ nicht vielleicht den vertraulichen Umgang mit dem Monarchen dazu benutzten, um diesen in politischen Fragen zu beeinflussen. Maximilian sah sich daher genötigt, die Gesprächszirkel stärker als bisher auch gebürtigen Bayern zu öffnen und in Presseerklärungen den dezidiert unpolitischen und privaten Charakter dieser Zusammenkünfte zu betonen.

Gegenreaktionen

Wie das Beispiel der Symposien zeigt, war MaximilianII. stets darauf bedacht, etwaige Befürchtungen der bayerischen Bevölkerung zu beschwichtigen und diese durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit vom Nutzen seiner Wissenschaftspolitik und dem Gewinn für das Ansehen Bayerns in Deutschland und Europa zu überzeugen. Dies war umso notwendiger, als die Resonanz in Bayern, vor allem was die Berufungspolitik und den Einfluss der „Nordlichter“ anging, überwiegend negativ war.

Allerdings konnte der König nicht verhindern, dass die Gegner seiner Politik ebenfalls das Medium der Presse nutzten, um die öffentliche Meinung in ihrem Sinne zu beeinflussen. Dass man dabei nicht gerade zimperlich zu Werke ging, zeigte sich spätestens im Dezember 1855. Die Rektoratswahlen an der Ludwig-Maximilians-Universität, bei denen mit Karl Theodor von Siebold und Johann Nepomuk von Ringseis je ein Vertreter der ausländischen Gelehrten und der einheimischen, altbayerischen Professorenschaft gegeneinander antraten, waren mit der Wahl des ultramontan gesinnten und als entschiedener Gegner der „Nordlichter“ bekannten Ringseis zu einem Ausdruck des Widerstands gegen die königliche Berufungspolitik geworden.

Ringseis nutzte seine Antrittsrede, um die empirisch-positivistische Wissenschaftsrichtung, die unter Maximilian II. an der Universität Einzug gehalten hatte, die „Nordlichter“ als deren Befürworter und damit indirekt die Regierungspolitik heftig zu attackieren. Die Rede löste eine öffentliche Grundsatzdebatte zwischen Einheimischen und Berufenen aus. Weit über akademische Kreise hinausgehend, wurde diese Debatte bis in die Bevölkerung und in das bayerische Königshaus getragen, zog eine heftige Pressefehde nach sich und fand selbst auf den Theaterbühnen ihren Niederschlag. Kurz gesagt, der in Bayern seit langem schwelende „Nordlichterstreit“ erreichte nunmehr seinen Höhepunkt.

Die vehemente Ablehnung der „Nordlichter“ hatte mehrere Gründe. Zweifellos barg die Wissenschaftspolitik Maximilians II. in ihren Zielen wie in ihrer Umsetzung ein hohes Konfliktpotenzial in sich. Einerseits wollte der König die Eigenständigkeit Bayerns sichern und dessen Führungsanspruch unter den deutschen Mittelstaaten untermauern, andererseits suchte er dies über die Angleichung an norddeutsche Verhältnisse und in enger Orientierung an Preußen zu erreichen. Statt auf innerbayerische Kräfte stützte er sich verstärkt auf Gelehrte aus dem deutschen „Ausland“. Die einheimischen Kräfte mussten sich nicht nur bei der Besetzung der Lehrstühle und in Fragen der Besoldung übergangen fühlen, sondern sahen sich im Aufeinanderprallen zweier grundverschiedener Wissenschaftsrichtungen – die eine geprägt durch einen katholischen Konservatismus und einer engen Bindung an historische Traditionen, die andere erfüllt von einem liberalen Geist, der die menschliche Vernunft und Objektivität zum einzig gültigen Maßstab autonomer Wissenschaft erhob – auch noch dem Vorwurf der intellektuellen Rückständigkeit und Fortschrittsfeindlichkeit ausgesetzt. Dagegen musste das bayerische Nationalbewusstsein, dessen Stärkung Maximilian II. sich doch gerade zum Ziel gesetzt hatte, zwangsläufig aufbegehren.

Zusätzlich angeheizt wurden die Konflikte durch die konfessionellen Gegensätze, durch die Sorge, die pro-testantischen „Nordlichter“ hätten es auf eine „Deka-tholisierung“ Bayerns abgesehen, und nicht zuletzt durch politische Differenzen, die sich an dem Problem einer großdeutsch-föderalistischen oder einer kleindeutsch-zentralis-tischen Lösung der Deutschen Frage entzündeten. Die Kritik an der königlichen Wissenschafts- und Berufungspolitik wandte sich jedoch nicht so sehr gegen deren Initiator Maximilian II., als vielmehr gegen deren Hauptakteure; gegen den ehrgeizigen königlichen Berater Wilhelm von Doenniges etwa, dem man einen unheilvollen Einfluss auf den Monarchen unterstellte, oder den „preußischen Vorposten in München“ Heinrich von Sybel,10) der seine kleindeutschen, antikatholischen Überzeugungen offensiv vertrat, zu diesem Zweck auch die Geschichtswissenschaft instrumentalisierte und den Vortragssaal als öffentliches Podium nutzte. Mit seinem Stoßgebet „erlöse uns von dem Sybel. Amen“ sprach der bayerische Pfarrer Anton Freiherr von Ow vielen seiner Landsleute aus der Seele.

Als Konsequenz aus der sich verschärfenden gesellschaftlichen und politischen Situation und dem langanhaltenden Widerstand von Seiten der Ministerialbürokratie und der Bevölkerung sah Maximilian II. sich in den späten 1850er Jahren genötigt, in der Berufungspolitik einen Kurswechsel vorzunehmen und sich von den „Nordlichtern“ schrittweise zu distanzieren. Der in Bayern allseits verhasste Doenniges wurde bereits 1856 aus der Hauptstadt weg- und in den diplomatischen Dienst versetzt. Auch die Anfeindungen gegen Sybel zu ignorieren, fiel dem König zunehmend schwer. Als der Historiker sich durch seine Kritik an der königlichen Triaspolitik in bewussten Gegensatz zur bayerischen Regierungspolitik begab, verlor er endgültig die Gunst und Unterstützung Maximilians. Sybel sah daraufhin in Bayern keine Zukunft mehr für sich. 1861 folgte er einem Ruf an die Universität in Bonn. Andere ausländische Gelehrte kamen ebenfalls zu dem Schluss, dass ohne den Rückhalt durch den König die berufliche Situation in München nur wenige Anreize bot, welche die privaten Nachteile aufgewogen und ein Bleiben gerechtfertigt hätten. Der Jurist Johann Caspar Bluntschli entschied sich bereits 1861, Bayern zu verlassen. Nach dem Tod des Königs 1864 kehrten auch Geibel und Bodenstedt der bayerischen Hauptstadt den Rücken. Wieder andere, wie Justus von Liebig oder Wilhelm Heinrich Riehl, konnten ihre Stellung behaupten; für sie wurde München über lange Jahre hinweg zu einer erfolgreichen Wirkungsstätte.

Ausblick

Die Wissenschaftspolitik Maximilians II. wies in vielerlei Hinsicht eine zukunftsweisende Richtung auf. Allerdings blieben Rückschläge nicht aus. Die meisten der vom König nach München berufenen norddeutschen Wissenschaftler verließen Bayern bereits wieder nach wenigen Jahren; der langfristige Effekt, den sich Maximilian von ihrem Wirken erhofft hatte, blieb somit letztlich aus.

Ludwig II., der für die Wissenschaften nur wenig Interesse aufbrachte, vollzog eine komplette Abkehr von der Berufungspolitik seines Vaters und stellte zudem für verschiedene, von diesem unterstützte Institutionen und Forschungsvorhaben kein Geld mehr zur Verfügung. Insgesamt aber läutete die Regierungszeit Maximilians II. eine Blütezeit der Wissenschaften ein. Kritische, auf Experiment und Analyse beruhende Forschungsmethoden setzten sich durch, die Grundlagenforschung wurde entscheidend vorangetrieben, München stieg zu einem Zentrum historischer Forschung auf, Bayern festigte seinen Ruf als bedeutender Wissenschaftsstandort.

Das Historische Seminar an der Ludwig-Maximilians-Universität und die Historische Kommission an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften behaupten bis heute ihren hohen Rang innerhalb der deutschen Forschungslandschaft; die Historische Zeitschrift ist ein maßgebliches Organ der deutschen Geschichtswissenschaft. Die Studienstiftung Maximilianeum hat ihren Stiftungszweck modifiziert, dient aber immer noch der Elitenbildung; seit 1981 wird der bayerische Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst wieder an verdiente Persönlichkeiten verliehen.

Die Förderung der Geschichtswissenschaften, soweit sie der „Hebung des bayerischen Nationalgefühls“ diente,11) ging einher mit anderen kulturpolitischen Maßnahmen des Königs. Erwähnt seien hier – ohne das kultur- und bildungspolitische Programm Maximilians II. damit mehr als andeutungsweise zu streifen – die von Wilhelm Heinrich Riehl herausgegebene Zeitschrift „Bavaria“, die sich mit bayerischer Landes- und Volkskunde befasste und für ihre Zeit neue Maßstäbe setzte, die Pflege landeseigener Bräuche und Traditionen und die Gründung des Bayerischen Nationalmuseums 1855. Auf diesem Gebiet wird man dem König beachtlichen Erfolg bescheinigen dürfen. Soweit seine Wissenschaftspolitik aber darauf abzielte, die bayerische Eigenstaatlichkeit zu bewahren, blieb ihr dieser Erfolg versagt. Wie Hans-Michael Körner konstatiert, trugen die an der Universität und der Bayerischen Akademie der Wissenschaften angesiedelten geschichtspolitischen Maßnahmen nicht dazu bei, die bayerische Eigenstaatlichkeit zu bewahren, sie „erleichterten allenfalls das Hineinwachsen Bayerns ins Kaiserreich von 1871.“12)

Literatur

Rüdiger vom Bruch, Rainer A. Müller:
Erlebte und gelebte Universität. Die Universität München im 19. und 20. Jahrhundert, Pfaffenhofen 1986.

Hedwig Dickerhof-Fröhlich:
Das historische Studium an der Universität München im 19. Jahrhundert. Vom Bildungsfach zum Berufsstudium, München 1979.

Volker Dotterweich:
Heinrich von Sybel. Geschichtswissenschaft in politischer Absicht (1817–1861), Schriftenreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Göttingen 1978.

Andreas Elsner:
Neue Perspektiven in Kulturpolitik und Wissenschaftsspezialisierung, in: Laetitia Boehm, Johannes Spörl (Hg.): Ludwig-Maximilians-Universität Ingolstadt – Landshut – München 1472–1972, Berlin 1972, S. 271–314.

Lothar Gall:
150 Jahre Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, in: ders. (Hg.), ... „für deutsche Geschichts- und Quellenforschung.“ 150 Jahre Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München 2008, S. 7–57.

Peter Jakob Kock:
Das Maximilianeum. Biografie eines Gebäudes, München 2008.

Hans Körner:
Der Bayerische Maximilians-Orden für Wissenschaft und Kunst und seine Mitglieder, in: ZBLG 47 (1984), S. 299–398.

Hans-Michael Körner:
Staat und Geschichte im Königreich Bayern (1806–1918), München 1992.

Hans-Michael Körner:
Kulturpolitik im Königreich Bayern: von der Revolution 1848 bis zum Ende der Monarchie, in: Kulturstaat Bayern. 19. und 20. Jahrhundert, hg. v. d. Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, München 1997, S. 31–43.

Ulrike Leutheusser, Heinrich Nöth (Hg.):
„Dem Geist alle Tore öffnen“. König Maximilian II. von Bayern und die Wissenschaft, München 2009.

Rainer A. Müller (Hg.):
König Maximilian II. von Bayern (1848–1864), Rosenheim 1988.

Winfried Nerdinger (Hg.):
Zwischen Glaspalast und Maximilianeum. Architektur in Bayern zur Zeit Maximilians II. (1848–1864), Ausstellungskataloge des Architekturmuseums der Technischen Universität München und des Münchner Stadtmuseums 10, Eurasburg 1997.

Achim Sing:
Die Wissenschaftspolitik Maximilians II. von Bayern (1848–1864). Nordlichterstreit und gelehrtes Leben in München, Ludovico Maximilianea Forschungen 17, Berlin 1996.

Katharina Weigand (Hg.):
Münchner Historiker zwischen Politik und Wissenschaft. 150 Jahre Historisches Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität, München 2010.

 

Fußnoten

1 So überliefert von dem Schweizer Juristen und in München tätigen Staatsrechtslehrer Johann Caspar Bluntschli; zit. nach: Rüdiger vom Bruch/Rainer A. Müller: Erlebte und gelebte Universität. Die Universität München im 19. und 20. Jahrhundert, Pfaffenhofen 1986, S. 55.

2 Zit. nach: Achim Sing: Maximilian II. und „die Frage, ob die Wissenschaft oder die Kunst dauernden Ruhm gewähren“, in: Winfried Nerdinger (Hg.): Zwischen Glaspalast und Maximilianeum. Architektur in Bayern zur Zeit Maximilians II. (1848–1864), Ausstellungskataloge des Architekturmuseums der Technischen Universität München und des Münchner Stadtmuseums 10, Eurasburg 1997, S. 47–51, hier S. 47.

3 Zit. nach: Harald Dickerhof: „Es soll eine neue Ära in München begründet werden ...“ Zur Rolle der Nordlichter in der Modernisierung der bayerischen Universität, in: König Maximilian II. von Bayern (1848–1864), hg. v. Rainer A. Müller, Rosenheim 1988, S. 271–283, hier S. 271.

4 Justus von Liebig an August Hofmann im Juli 1851, zit. nach: Heinrich Nöth: „Habe mich fest und unwiderruflich gebunden.“ Justus von Liebig (1803–1873) und seine Zeit in München, in: „Dem Geist alle Tore öffnen.“ König Maximilian II. von Bayern und die Wissenschaft, hg. von Ulrike Leutheusser, Heinrich Nöth, München 2009, S. 75–92, hier S. 76.

5 Staatsministerium des Innern an sämtliche Kreisregierungen „den Unterricht in der bayerischen Geschichte betr.,“ 13.1.1851, zit. nach: Hedwig Dickerhof-Fröhlich: Das historische Studium an der Universität München im 19. Jahrhundert. Vom Bildungsfach zum Berufsstudium, München 1979, S. 93.

6 Zit. nach: Winfried Schulze: 150 Jahre deutsche Geschichtswissenschaft in München, in: Münchner Historiker zwischen Politik und Wissenschaft. 150 Jahre Historisches Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität, hg. v. Katharina Weigand, München 2010, S. 31–53, hier S. 32.

7 Statut der Historischen Kommission bei der Königlich Bayerischen Akademie der Wissenschaften vom 26. November 1858, § III, zit. nach: Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften 1858–1983, bearb. v. Georg Kalmer, München 1984, S. 48.

8 Zit. nach: Sylvia Krauss: „Wissenschaftlicher Charakter, praktische Tendenz.“ Die Gründung der naturwissenschaftlich-technischen Kommission, in: „Dem Geist alle Tore öffnen“ (wie Anm. 4), S. 32–43, hier S. 33.

9 Zit. nach: Manfred Pix: „Aufwertung der geistigen Elite.“ Der Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst und das Symposion, in: „Dem Geist alle Tore öffnen“ (wie Anm. 4), S. 15–31, hier S. 26.

10 Dazu Volker Dotterweich: Heinrich von Sybel. Geschichtswissenschaft in politischer Absicht (1817–1861), Schriftenreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Göttingen 1978, S. 359–374.

11 Zit. nach: Manfred Hanisch: Maximilian II. und die Geschichte: bayerisches Nationalgefühl durch Geschichtsbewußtsein, in: Nerdinger (wie Anm. 2), S. 17–27, hier S. 19.

12 Hans-Michael Körner: Staat und Geschichte im Königreich Bayern (1806–1918), München 1992, S. 568.

 


Impressum    •     topnach oben
© Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit   •   letzte Änderung am: 07.04.2011 18:15