Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit

Im Fokus: Die Geschichte der europäischen Sinti und Roma

Mahnmal Sinti und Roma in Berlin

 
Das Mahnmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma in Berlin (Bild: Rolf Krahl)  

Im August 2014  jährte sich zum siebzigsten Mal die Liquidierung des sogenannten Zigeunerlagers in Auschwitz,  die Ermordung der letzten noch knapp dreitausend inhaftierten Sinti und Roma in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944.
Der 2. August ist seither der Gedenktag für den nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma, in dessen Verlauf ca. 500 000 Menschen ihr Leben verloren.

Der nationalsozialistische  Völkermord an den Sinti und Roma war über Jahrzehnte hinweg ein vergessenes und übersehenes Kapitel in der deutschen und europäischen Nachkriegsgesellschaft. In der Geschichtswissenschaft, und noch mehr in der schulischen wie in der außerschulischen Bildung und in der deutschen Erinnerungs- und Gedenkkultur spielte er keine Rolle. Ein Wandel begann in den achtziger Jahren, sichtbarster Ausdruck dieses Wandels ist das Mahnmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma in Berlin, das im Oktober 2012 im Beisein der Bundeskanzlerin Angela Merkel und des Bundespräsidenten Joachim Gauck eingeweiht wurde.

Um das Thema auch in der schulischen und außerschulischen Bildung zu verankern, hat  die Landeszentrale für politische Bildungsarbeit eine Reihe von Angeboten zusammengestellt:

 

Publikation: Sinti und Roma

 

Landeswettbewerb Erinnerungszeichen

Sinti und Roma - Eine deutsche Minderheit zwischen Diskriminierung und Emanzipation

„Die Geschichte der Roma-Minderheiten in Europa reicht bis ins Mittelalter zurück. Seit sechshundert Jahren sind sie auch in Deutschland ansässig. In der Öffentlichkeit ist darüber nur wenig bekannt. Das Wissen zur Geschichte der Sinti und Roma beschränkt sich häufig auf deren Verfolgung im Nationalsozialismus. Die Zeit vor 1933 wird meist ebenso vernachlässigt wie die Frage, wie es den Überlebenden des Genozids nach 1945 erging. Der Band zeichnet konzise, aber thematisch weit gefasst die Geschichte der Sinti und der Roma in Deutschland von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart nach. Dabei erschöpft er sich nicht im Blick von außen auf die Minderheit, sondern nimmt auch deren Perspektiven auf.“

:: Hier können Sie die Publikation bestellen ::

 

 
Zeitzeugengespräche mit Holocaustüberlebenden  

Die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit und der Verband der Deutschen Sinti und Roma, Landesverband Bayern e.V., organisieren seit mehreren Jahren Gespräche von Zeitzeugen der NS-Gewaltherrschaft aus der Gruppe der Sinti und Roma mit Schülerinnen und Schülern sowie mit Multiplikatorengruppen. Die Zeitzeugen werden von Studierenden der Universität Erlangen-Nürnberg begleitet, welche das Gespräch moderieren.

Zwei in Nürnberg lebende Sinti, Frau Eva Franz und Herr Siegfried Heilig, haben sich bereit erklärt, als Zeitzeugen an Schulen und außerschulischen Bildungseinrichtungen zu sprechen.

Frau Franz hat als Kind die Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück überlebt,
Herr Heilig konnte  der nationalsozialistischen  Verfolgung mit seinen Eltern und seinen Geschwistern in verschiedenen Verstecken entkommen.

Zielgruppe
Dieses Angebot, das einen wichtigen Beitrag zur zeithistorischen Bildung leistet, richtet sich
- an Schülerinnen und Schüler aller Schularten, und
- an Multiplikatoren (z. B. Studienseminare Geschichte, Fachbetreuer, usw.), aber auch an Multiplikatoren aus dem nicht-schulischen Bereich vor allem in Mittelfranken.

Gegenstand des Zeitzeugengesprächs
- die Biographien von Eva Franz bzw. Siegfried Heilig,
- ihre Geschichte als Verfolgte des NS-Regimes und
- ihre Erfahrungen als Sinti in der bundesdeutschen Gesellschaft nach 1945.

Dauer
Nach Vereinbarung, in der Regel ca. 90 Minuten (2 Schulstunden)

Moderation durch Studierende
Es besteht zudem die Möglichkeit, dass die Zeitzeugengespräche an Schulen moderiert werden; Studierende, die am Lehrstuhl für Geschichtsdidaktik der Universität Erlangen-Nürnberg eingeschrieben sind, übernehmen die Einordnung in historische Zusammenhänge und die Moderation. Darüber hinaus sie ggf. auch organisatorische Aufgaben (z. B. die Begleitung der beiden Zeitzeugen).

Ansprechpartner für die Organisation eines Zeitzeugengesprächs
Markus Metz
Verband Deutscher Sinti und Roma
Landesverband Bayern e.V.
Nordring 98a
90409 Nürnberg
Tel. 0911 / 99 28 793
Fax 0911 / 99 28 798
Email: sinti.bayern@nefkom.net

Kosten
Das Honorar und die Fahrtkosten für die Zeitzeugen und die Moderation übernimmt die Landeszentrale für politische Bildungsarbeit.

Download
Informationen zum Zeitzeugengespräch als Download (PDF-Datei)


 
Fortbildung: Der nationalsozialistische Genozid an den europäischen Sinti und Roma  

Die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit ist Ansprechpartner, wenn Sie eine Fortbildungsveranstaltung zum Thema „Der Genozid an den europäischen Sinti und Roma“ durchführen wollen und kann ggf. Referenten zur Verfügung stellen.

Gegenstand der Fortbildung
Die Fortbildung vermittelt zum einen Kenntnisse über die Situation der Sinti und Roma in Europa vor 1933, über den nationalsozialistischen Völkermord und die Situation nach 1945, sie zeigt zum anderen Möglichkeiten auf, wie das Thema in unterschiedlichen Bildungszusammenhängen vermittelt werden kann.

Zielgruppe
Dieses Angebot, das einen wichtigen, ergänzenden  Beitrag zur zeithistorischen Bildung leistet, richtet sich
- an Lehrkräfte aller Schularten und
- an Multiplikatoren in wichtigen gesellschaftlichen Bereichen, z.B. Polizei, Bundeswehr u.a.

Ansprechpartner für die Organisation einer Fortbildungsveranstaltung
Dr. Robert Sigel
Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
Praterinsel 2
80538 München
Tel. 089 / 21862182
Fax 089 / 21862180
Email: Robert.Sigel@stmbw.bayern.de

Kosten
Die Fahrtkosten und das Honorar für einen von der Landeszentrale gestellten Referenten übernimmt die Landeszentrale für politische Bildungsarbeit.

Download
Informationen zur Fortbildung als Download (PDF-Datei)

 

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© Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit   •   letzte Änderung am: 16.06.2016 8:33