Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit

  1. Das Gelände des Häftlingslagers umfaßte zu beiden Seiten der Lagerstraße mit der von Häftlingen gepflanzten
  2. Pappelallee, je fünfzehn Wohnbaracken (Blöcke), zwei Revierbaracken (Krankenbau), eine Kantine und eine Arbeitsbaracke. Jede Wohnbaracke war in vier „Stuben“ unterteilt. Eine Stube enthielt einen Wohn- und einen Schlafraum. Für zwei Stuben gab es eine gemeinsame Wasch- und Klosettanlage. 52 Häftlinge sollten in einer Stube untergebracht werden, also 208 Häftlinge pro Baracke. Ab 1944 war das Lager überfüllt; bis zu 1600 Häftlinge mußten in einer Baracke unterkommen.
    Die numerierten Fundamente zu beiden Seiten der Lagerstraße kennzeichnen die früheren Häftlingsbaracken, die wegen Baufälligkeit abgerissen werden mußten.
  3. Morgens und abends hatten sämtliche Häftlinge – bei jeder Witterung – auf dem Appellplatz anzutreten. Gelang es einem Häftling zu fliehen, so dauerte der darauf folgende „Strafappell“ für alle mindestens eine Nacht und einen halben Tag.
  4. Das Jourhaus war der einzige Zugang zum Konzentrationslager. „Arbeit macht frei“ stand in der Mitte des Tores. Rechts und links lagen die Wachstuben der SS, darüber die Diensträume der Lagerverwaltung.
  5. Im Wirtschaftsgebäude (jetzt Museum) befanden sich Küche, Wäscherei, Kleider- und Effektenkammer und das berüchtigte „Bad“, von der SS für unmenschliche Folterungen der Häftlinge (Pfahlhängen und Auspeitschungen) benutzt.
  6. Gleich am Anfang, rechts der Lagerstraße, lagen die Revierbaracken. Nach 1939 machte eine erschreckende Zunahme von Krankheitsfällen und Seuchen die Erweiterung des Häftlingslazaretts von zwei auf 18 Baracken erforderlich.
  7. Die Totenkammer war ständig mit Leichen überfüllt. Nach Unterlagen des Internationalen Suchdienstes starben 31591 Häftlinge im KL Dachau. Außerdem wurden dort Tausende nicht registrierter Gefangener exekutiert.
  8. In den Strafblöcken waren die „Strafkompanien“ von den angrenzenden Blöcken durch Stacheldraht isoliert. Es waren sogenannte „Zweitmalige“ (zum zweiten Mal verhaftet und ins Lager zurückgebracht) und von der SS-Führung und Gestapo zu „verschärfter Haft“ bestimmte Häftlinge.
  9. Auf Block 26, dem Priesterblock, waren die inhaftierten Geistlichen.
  10. Kantine
  11. Desinfektionsbaracke
  12. Lagergärtnerei
  13. Graben mit elektrisch geladenem Stacheldrahthindernis und Lagermauer, bei Nacht beleuchtet. Schon beim Betreten des Rasenstreifens, 8 Meter vor dem
  14. Graben, wurde von den SS-Posten auf den Wachtürmen ohne Anruf geschossen.
  15. Lagerarrest (Bunker) hinter dem Wirtschaftsgebäude. Im Hof dieses Gefängnisses wurden Lagerstrafen (Auspeitschen, Pfahlhängen) und Erschießungen durchgeführt.
    Die Sterblichkeit unter den Häftlingen nahm rapide zu. Das 1940 errichtete Krematorium außerhalb des eigentlichen Häftlingslagers reichte nicht aus.
  16. Ein größeres Krematorium (Baracke X) mußte 1942 gebaut werden. Auf Anordnung des SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamtes in Berlin wurde darin – wie auch in anderen Lagern – eine Gaskammer eingebaut, getarnt als Brausebad, die jedoch nicht wie vorgesehen benutzt wurde.
  17. Etwa 6000 russische Kriegsgefangene wurden auf dem SS-Schießplatz erschossen.
    7500 Anghörige aller europäischen Nationen, die noch kurz vor der Befreiung starben, sind auf dem
  18. Leitenberg beerdigt.
    Die letzten 1230 Toten des Konzentrationslagers Dachau wurden im
  19. Waldfriedhof der Stadt Dachau begraben.
  20. Katholisch e Todesangst-Christi-Kapelle ,errichtet 1960.
  21. Israelitische Gedenkstätte, errichtet 1965.
  22. Evangelische Versöhnungskirche, errichtet 1965.
  23. Internationales Mahnmal, errichtet 1968.
  24. Karmelkloster, errichtet 1964.
  25. Russisch-orthodoxe Kapelle (errichtet 1994).

 


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