Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
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Mittelfranken


Der Bezirk und seine Tätigkeiten

Dem Bezirkstag des Bezirks Mittelfranken gehören 28 Bezirksräte an. Der Bezirkstag wird gleichzeitig mit dem Bayerischen Landtag alle vier Jahre gewählt. Seit den Wahlen 1998 stellen die CSU 13 (Wahlperiode 1994/98: 14), die SPD 11 (zuvor 11) und Bündnis 90/Die Grünen zwei (zwei) Bezirksräte. Die Freien Wähler sind mit einem Bezirksrat vertreten, die Republikaner konnten einen Sitz erringen. Die Bezirksräte versehen ihre Aufgabe ehrenamtlich. Der Bezirkstagspräsident wird für vier Jahre vom Bezirkstag gewählt. Er ist ebenfalls, gegen eine Aufwandsentschädigung in Höhe von mehreren tausend Mark monatlich, ehrenamtlich tätig. Der Bezirkstagspräsident von Mittelfranken ist derzeit Gerd Lohwasser (CSU).

Der Bezirk Mittelfranken beschäftigt zirka 30300 Bezirksbedienstete. Das Haushaltsvolumen des Bezirks beträgt insgesamt rund 1,21 Mrd. DM. Der größte Teil der Bezirkseinnahmen stammt aus der Bezirksumlage, die die sieben Landkreise und die fünf kreisfreien Städte entrichten. Weitere Einnahmen ergeben sich in Form von staatlichen Zuwendungen, vor allem als Investitionszuschüsse, im Krankenhausbereich und durch Ausgleichsmittel auf dem Sozialhilfesektor. Ferner nimmt der Bezirk auch Gebühren für die Benutzung seiner Einrichtungen ein.


Der Bezirk Mittelfranken wird in folgenden Bereichen tätig:

Soziale Sicherung

Der größte Teil der Bezirksausgaben, rund 754 Mio. fließt 2001 in den Bereich Soziales: Dieses Geld wird zur Hilfe für die Pflege von Senioren und Behinderten in Einrichtungen, als Eingliederungshilfe für Behinderte, für Behindertenwerkstätten, für Altenheime, für die ambulante psychiatrische Versorgung und für die Jugendhilfe bereitgestellt. Als Arbeitgeber finanziert der Bezirk weit über 10 000 Arbeitsplätze im Bereich der sozialen Hilfen.


Gesundheitswesen

Der Bezirk Mittelfranken unterhält im Gesundheitssektor vor allem Einrichtungen zur Behandlung psychisch Kranker:



Kultur- und Heimatpflege

Für wissenschaftliche und kulturelle Belange sind etwa ein Prozent des Haushalts des Bezirks Mittelfranken reserviert. Bezirkseinrichtungen in diesem Bereich sind:

Außerdem finanziert der Bezirk die Stelle eines Bezirksheimatpflegers.


Darüber hinaus hat sich der Bezirk maßgeblich in der Heimat- und Denkmalpflege engagiert. Für die letzten Jahre sind hier zu nennen: Die Erstellung eines Konzepts für die Wülzburg, die Rekonstruktion des Nordtores am Kastell Biriciana, die Sanierung der Tagungsstätte Wildbad Rothenburg und die Sicherung der Burg Burgthann. Auch ist der Bezirk Mittelfranken finanziell an der Entstehung des Jüdischen Regionalmuseums in Fürth und Schnaittach beteiligt. Der Bezirk ist Mitglied des Zweckverbands Burg Abenberg, dessen Ziel es ist, die Burg zu erhalten und ein Haus fränkischer Geschichte einzurichten.

Der Bezirk Mittelfranken verleiht jährlich den mit 10 000 Mark dotierten Wolfram-von- Eschenbach-Preis an durch Geburt, Leben oder Werk mit Franken verbundene Persönlichkeiten, um ihr kulturelles Schaffen anzuerkennen. Mit Förderpreisen werden junge fränkische Künstler unterstützt. 1993 ist mit Hilfe einer privaten Stiftung, die der Bezirk verwaltet, ein weiterer Kulturpreis, benannt nach dem verstorbenen Künstler Otto Grau, ins Leben gerufen worden.

Der Bezirk sitzt im Kuratorium des Dehnberger Hoftheaters und im Stiftungsrat der Internationalen Orgelwoche in Nürnberg.


Bildung

Folgende Fachschulen sind Bezirkseinrichtungen:



Wasserwirtschaft

Zu den Aufgaben der Bezirke zählt es, die Gewässer 2. Ordnung, also kleinere Flüsse und größere Bäche, zu unterhalten und auszubauen. In die entsprechende Zuständigkeit des Bezirks Mittelfranken fallen Flüsse mit einer Länge von insgesamt rund 750 Kilometern - so z.B. die Wörnitz, Fränkische Rezat, Zenn oder Schwarzach. Der Bezirk versucht über Gewässerpflegepläne sowie ökologische Ausbauplanung, die Ökosysteme dieser Gewässer und der angrenzenden Uferstreifen zu bewahren und gleichzeitig die Interessen der Fischerei zu berücksichtigen.


Umweltschutz

Der Bezirk setzt sich auch für den Umweltschutz ein. Er regte die 1986 erfolgte Gründung des Landschaftspflegeverbands Mittelfranken an, der zum Vorbild für die Organisation der Landschaftspflege in der gesamten Bundesrepublik wurde. Der Bezirk ist Mitglied des Verbands und unterstützt diesen sowie andere Naturschutz- und Naherholungsverbände finanziell. In der Bezirkseinrichtung Landwirtschaftliche Lehranstalten Triesdorf wurde eine Photovoltaik-Demonstrationsanlage errichtet und der Studiengang "Umweltsicherung, Boden und Gewässer" eingeführt.


Wirtschaftsförderung

Der Bezirk Mittelfranken hat in Nürnberg eine Fachberatungsstelle für das Fischereiwesen eingerichtet. Auch die Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf dienen der Wirtschaftsförderung im Bezirk.

Der Bezirk bemüht sich über eine Beteiligung an der Kultur, Kongress und Touristik GmbH, Bad Windsheim, den Fremdenverkehr in der Region zu fördern. Ebenfalls der Förderung des Tourismus, aber auch der Sicherstellung der Wasserversorgung des Raumes Nürnberg dient die Beteiligung des Bezirks Mittelfranken an den Zweckverbänden Altmühlsee, Brombachsee und Rothsee.

Der Bezirk Mittelfranken ist ferner an der Fränkischen Überlandwerk AG, einem regionalen Energieunternehmen, das große Teile Mittelfranken und daran angrenzende Gebiete mit Strom versorgt, beteiligt.

Als Gesellschafter von Wohnungsunternehmen sorgt der Bezirk für den Bau günstiger Wohnungen für seine Beschäftigten, aber auch für andere Wohnungssuchende.


Kontakte zu anderen europäischen Regionen

Im Sinne des Stichworts "Europa der Regionen" wurde die Partnerschaft des Bezirks Mittelfranken und der französischen Region Limousin 1995 vertraglich besiegelt, nachdem bereits zuvor einzelne Verträge mit zum Limousin gehörenden Départements abgeschlossen worden waren und verschiedene mittelfränkische Städte und Gemeinden Partnerschaften mit französischen Städten der Region eingegangen waren. Außerdem bestehen freundschaftliche Beziehungen zur Wojewodschaft Danzig in Polen, zu Ungarn und der Tschechischen Republik.





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© 7/97 - 9/99, Stand vom 15.11.2001, Impressum