Erinnerungsarbeit

Wo „Erinnern“ als Arbeit definiert wird, verdeutlicht bereits der Begriff, dass es sich bei den Inhalten um eine Vergangenheit handelt, an die zu erinnern schwer fällt. Zwar kann es auch individuelle Erinnerungsarbeit geben, der Begriff bezieht sich in der Regel jedoch auf das öffentliche Erinnern und Gedenken in Gesellschaft und Staat.

Dabei wird an jene geschichtlichen Ereignisse erinnert, die nicht vergessen oder verdrängt werden sollen, weil sie als bedeutsam für unsere Gegenwart und Zukunft gelten. Hierzu gehören vor allem die Geschichte des 20. Jahrhunderts, die Erfahrung von Diktatur, Krieg, Diskriminierung, Rassismus, Antisemitismus, Völkermord, aber auch von Selbstbehauptung und Widerstand.

In der Erinnerungsarbeit wird nicht nur an Geschehen erinnert, sondern es werden auch Ursachen benannt, Verantwortung, Schuld und Versagen deutlich gemacht. Erinnerungsarbeit wird somit als eine Art kollektiver Aufarbeitung verstanden, die Grundlage ist für ein richtiges Handeln in der Gegenwart. Sie setzt die Lernfähigkeit von Individuen und Gesellschaften voraus.

Erinnerungsarbeit findet ihren Ausdruck im Lehren und Lernen, im Forschen und Gedenken, aber auch in der Konzeption von Lernorten wie den KZ-Gedenkstätten und den zeithistorischen Dokumentationen.

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Unterrichtsmaterial: Videoclips
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Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
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