Migration, Flucht, Asyl

In einem anderen Land zu leben, als in jenem, in dem man geboren wurde, ist weltweit Normalität und kennzeichnet die Migration des 20. und 21. Jahrhunderts. Migration zeigt sich heute in vielen gesellschaftlichen Bereichen:

Man spricht von Arbeitsmigration, wenn die betreffenden Menschen ihren Wohnsitz in einem anderen Land haben, um dort in erster Linie einer Beschäftigung nachgehen zu können.
Leben die Menschen in einem fremden Land, um hauptsächlich eine höhere berufliche Qualifikation zu erhalten, beispielsweise durch Aus- oder Weiterbildung, handelt es sich um Bildungsmigration.
Werden die Menschen durch bedrohliche Lebenssituationen wie durch Krieg, Terror und Diskriminierung gezwungen, ihr Heimatland zu verlassen, spricht man von Fluchtmigration.

Flüchtlinge sind im völkerrechtlichen Unterschied zu Migranten jene Menschen, die in ihrem Herkunftsland aufgrund von Hautfarbe, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe (Ethnie) oder politischer Überzeugung verfolgt werden und deshalb ihr Land verlassen. Sie haben im Gegensatz zu Migranten im Allgemeinen andere Rechte – zum Beispiel das Recht auf Asyl.
„Nach Artikel 16a des Grundgesetzes genießen politisch Verfolgte in Deutschland Asyl. Das bedeutet:

  • Kommt ein Mensch nach Deutschland, um Asyl zu suchen, heißt er "Asylsuchender".
  • Sobald er beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Asyl beantragt, wird er zum "Asylbewerber".
  • Kann er nachweisen, dass er aus politischen Gründen in seiner Heimat vom Staat verfolgt wird, erhält er Asyl. Er ist dann ein "Asylberechtigter".

Dadruch hat das Asylrecht in Deutschland als Grundrecht Verfassungsrang. Zusätzlich hat Deutschland 1951 gemeinsam mit fünf anderen Ländern die Genfer Flüchtlingskonvention unterzeichnet. Mittlerweile haben sich 143 Staaten diesem internationalen Vertrag angeschlossen. Die Staaten verpflichten sich damit, Asylbewerber und Flüchtlinge nach bestimmten Standards zu behandeln. Darüber hinaus kann Deutschland auch Menschen Schutz gewähren, wenn zu befürchten ist, dass ihr Leben im Herkunftsland bedroht ist. Das nennt sich "subsidiärer Schutz". Ökonomische Gründe werden nicht anerkannt, um als Flüchtling zu gelten.

Jeder Flüchtling hat das Recht, würdig behandelt und sicher untergebracht zu werden. Und jeder hat ein Recht darauf, dass die Gründe seiner Flucht in einem ordentlichen Verfahren geprüft werden.
Wird im Asylverfahren festgestellt, dass der Bewerber das Recht auf Flüchtlingsschutz hat, wird er als Flüchtling anerkannt.

Knapp 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht vor Kriegen, Konflikten und Verfolgung. Dies ist die höchste Zahl, die jemals von UNHCR verzeichnet wurde, und sie wächst rasant. Das bedeutet, dass alle vier Sekunden ein Mensch gezwungen ist zu fliehen, seine Heimat und sein Zuhause zurückzulassen - so das Ergebnis des Berichts „Global Trends“, den das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR veröffentlichte.
Migration, Flucht und Asyl fordern die Gesellschaft in vielen Bereichen. Neben dem Umgang mit der großen Anzahl an Flüchtlingen ist die Integration sicherlich eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre und daher aus dem Themenfeld nicht wegzudenken.

In der Folge werden alle Angebote der Landeszentrale zusammengefasst, die das Thema Migration behandeln. Das Themenpaket umfasst allgemeine Informationen sowie weitere Publikationen und Veranstaltungen zum Thema.

Flüchtlingskrise einfach erklärt

Quelle

explainity (www.explainity.com)

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