25.10.2018 München Wie europäisch ist der Konflikt in Spanien?

Trotz des Verbots durch das spanische Verfassungsgericht rief die katalanische Regionalregierung unter Carles Puigdemont am 1. Oktober 2017 zum umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum auf. Die Lage geriet zunehmend außer Kontrolle. Trotz eines massiven Polizeiaufgebots wird die Abstimmung durchgeführt, an der sich 42% der Wahlberechtigten beteiligte. 90% stimmten für eine Loslösung von Spanien. Nach der illegalen Volksabstimmung erklärt die Regionalregierung Katalonien für unabhängig. Die spanische Regierung übernimmt daraufhin die Exekutive in Katalonien, mehrere Minister werden in Untersuchungshaft genommen und der Regierungschef flieht ins Ausland.

Ein Jahr später ist der Konflikt wieder hochaktuell. Bei la Diada, dem Nationalfeiertag am 11. September 2018, demonstrieren Hunderttausende für die Freilassung der inhaftierten Separatisten. Diesen wird im Herbst der Prozess gemacht.

Die Wurzeln des Streits um die Autonomie Kataloniens liegen tief. Nach dem Ende des spanischen Erbfolgekriegs im Jahr 1714 verliert die Region die rechtliche Eigenständigkeit innerhalb des Königreichs. Erst mit der Verfassung von 1978 erlangte die Region wieder Freiheiten als Comunidad Autónoma, doch in den letzten zehn Jahren kam es erneut zu massiven Konflikten: Die 2006 überarbeitete Autonomiecharta wird 2010 durch das Verfassungsgericht in Teilen verworfen. Die Folge sind Proteste und das Aufkommen der Unabhängigkeitsbewegung.

Wie kann dieser brisante Konflikt befriedet werden? Welche Möglichkeiten hat die Regierung in Spanien? Sollte die Europäische Union versuchen, den Prozess zu unterstützen?

Die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, die Europäische Akademie Bayern und das Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in München laden Sie herzlich zum nächsten Fachgespräch der Reihe "EUROPE after work" ein:

Donnerstag, 25. Oktober 2018, 19:00 Uhr

Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in München

Bob-van-Benthem-Platz 1, 80469 München

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Anmeldung erforderlich unter: antwort-epmuenchen@ep.europa.eu

Professor Carlos Collado Seidel ist ein deutsch-spanischer Historiker. Bekannt wurde er durch mehrere Werke zur spanischen Geschichte. Er lehrt als außerplanmäßiger Professor an der Universität Marburg. Im April 2017 wurde er zum Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland gewählt

Weitere Informationen und alle Termine der Reihe "Europe after work"

Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
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