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Einsichten und Perspektiven 3 | 19

Weil?

Dieser Film zeigt das Aberwitzige, Unnatürliche

und Abgründige von Teilung. Und er schlägt den Bogen

zu den Ursachen der Teilung. Ohne die Verbrechen des

Nationalsozialismus hätte es Teilung und damit dann

auch die Einheit nicht gegeben.

Das beste Buch, das ich zum Thema gelesen habe:

Da gibt

es ganz viele gute Bücher. Und viele haben die Landeszen-

tralen wie die Bundeszentrale in ihrem Publikationsangebot.

Was können die Deutschen durch die Erfahrung der

Friedlichen Revolution/den Prozess der Einheit inter-

national einbringen?

International denken und handeln,

keine nationalen Alleingänge, und den Wert einer europä-

ischen Einigung nie geringachten.

Thomas Krüger

Landeszentrale:

Bundeszentrale für

politische Bildung

Alter:

60

Geboren in:

Buttstädt

Dieses Foto steht für mich für die Deutsche Einheit,

weil…

es den Aufbruch und alle damit verbundenen Chan-

cen und Risiken in einer Momentaufnahme festhält. Es

stammt aus dem bpb-Projekt: Wir waren so frei – Moment-

aufnahmen 1989/1990

(www.wir-waren-so-frei.de)

.

So habe ich den 9. November 1989 erlebt:

In Tagen

sind damals Jahre vergangen. Ich war Praktikant beim

Bund der evangelischen Kirchen, beim Kunstdienst und

wir haben einen Video-Workshop gemacht mit Künstlern

aus West-Berlin, West-Deutschland, Frankreich… für

mich war das schon international hoch spannend. Wir

hatten tolle Diskussionen und am frühen Abend kamen

Bekannte von mir rein, machten die Tür auf und sagten:

„Die Mauer ist offen“. Damals hat man ja jeden Tag mit

Neuigkeiten gerechnet, aber das ging dann doch ein biss-

chen zu weit. Ich war erstmal geschockt und bin dann

nach dieser Veranstaltung nicht gleich rüber, sondern erst

mal nach Hause und dann einen Tag später gefahren.

Ich persönlich habe mir 1989 politisch erhofft, dass…

wir einen eigenen Weg gehen können. Ich habe mal

gesagt: „Den Westen wollten wir auch nicht, also dieses

kapitalistische System. Sondern eine demokratische und

Zwei Kinder vor der geöffneten Hinterlandmauer nahe der

Neuruppiner Straße in Berlin-Zehlendorf, 21. Juni bis 22.

September 1990

Foto links: Bundeszentrale für politische Bildung, Projekt: „Wir waren so frei“,

vgl.

https://www.wir-waren-so-frei.de

;

http://www.bpb.de/presse/190133/

fotos-zur-berichterstattung/ Fotografin: Mary Joy Knothe: Lizenz:cc by-nc-

nd/3.0/de/ (Mary-Joy Knothe); rechts: bpb/Fotograf: Martin Scherag

faire Gesellschaft.“ Zu Kofferträgern der westdeutschen

Gesellschaft zu werden: Das war nicht mein Ding!

So eingetroffen?

Wir sind sicher noch nicht ganz am

Ziel. Noch immer gibt es viel zu wenig Ostdeutsche in

Führungspositionen, auch beim politischen Spitzenperso-

nal merkt man das. Bei manchen sorgt das schon für Ent-

täuschung und Skepsis, da geht auch Vertrauen verloren.

Die Bundeszentrale für politische Bildung setzt in ihrer

Arbeit zur Deutschen Einheit vor allem auf…

die Vermitt-

lung der gemeinsamen deutschen Nachkriegsgeschichte.

Eine gesamtdeutsche Nachkriegsgeschichte, die dem per-

manenten Diskurs unterworfen ist und aufklärend auf die

beiden sehr unterschiedlichen deutschen Diktaturen im

europäischen Kontext des 20. Jahrhunderts blickt, wird

nachhaltig zur demokratischen Zivilgesellschaft beitragen

und Empathie für die Demokratie sowie Akzeptanz für