Table of Contents Table of Contents
Previous Page  54 / 72 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 54 / 72 Next Page
Page Background

54

Einsichten und Perspektiven 4 | 19

Alles verändert sich

Alles verändert sich

Ein Monacensia-Werkstattbericht über den Versuch, entspannt mit der Zeit zu gehen

Von Anke Buettner

Die digitale Transformation, die Flut von Informationen, neue Kultur- und

Kunstformen, andere Lese- und Kommunikationsgewohnheiten, veränderte

Rezeptionsformen, ein mit Blick auf Gender, Migration und Macht neu zu

reflektierender Bildungskanon und entsprechend zu überdenkende Samm-

lungsprofile, eine Öffnung und Demokratisierung der Räume von Galerien,

Bibliotheken, Archiven und Museen – das sind verbunden mit den bislang

noch unerschlossenen Beständen und identifizierten Sammlungslücken in

etwa die wesentlichen Herausforderungen, denen sich die oben aufgeführten

sogenannten GLAM-Institutionen¹ und vor allem ihre überforderten Mitarbei-

terinnen und Mitarbeiter gerade inhaltlich und organisatorisch stellen müssen.

Kaum jemand außerhalb dieser Institutionen kann sich

die Zerreißproben der Menschen vorstellen, die dort zwi-

schen Alltagsbewältigung, Mangelverwaltung, ehrlichem

Veränderungswillen und hoher Nutzernachfrage nach

digitalen Angeboten und neuen Zugangsmöglichkeiten

arbeiten. Angemessene Konzeptionsphasen für Strate-

gieentwicklung bzw. finanzielle Mittel für Personalent-

wicklung und mehr Ressourcen für den Bereich digitale

Transformation ausgerichtet an Öffentlichkeitsarbeit,

Kommunikation, Vermittlung und technischen Kom-

petenzen sind nirgendwo realisierbar. Weder staatliche,

kommunale noch private Träger scheinen ihrerseits das

Feld der aktuellen Notwendigkeiten in den genannten

Institutionen und Feldern zu überblicken und sind struk-

turell auf diese grundlegenden kulturellen und sozialen

Veränderungen einfach nicht ausgerichtet.

1

Neue Spielräume für Kulturvermittlung und

Erschließung

Trotzdem braucht es dringend mehr Spielräume im All-

tag. Jüngere Menschen können auf andere Art für Kultur

begeistert werden, als das in den letzten Jahrzehnten mög-

1 GLAM steht für Galleries, Libraries, Archives an Museums und findet in

letzter Zeit besonders im Zusammenhang von freiem und offenem Zu-

gang zum digitalen Kulturerbe als OpenGLAM seine Anwendung. Eine

nützliche Seite dazu ist

https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia

:GLAM.

[Stand: 26.11.2019].