München
Lange Nacht des Menschenrechts-Films 2018
Flüchtlinge, Kriegsveteranen und starke Frauen

Spürbar unter die Haut gingen dem Publikum die Preisträgerfilme des diesjährigen Deutschen Menschenrechts-Filmpreises. Die „Lange Nacht“ in der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) brachte Besucher und Filmschaffende ins Gespräch und regte zum Nachdenken an.

© Stiftung Journalistenakademie

Die Tour des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises machte am Dienstagabend Station in München. Im ausgebuchten AudimaxX der HFF waren drei Preisträgerfilme zu sehen: die Sieger der Kategorien Langfilm („Styx“ von Wolfgang Fischer), Kurzfilm („Joe Boots“ von Florian Baron) und Amateure („Just a normal Girl“ von Vanessa Ugiagbe und Yasemin Markstein).

Im Anschluss an die Filmvorführungen von „Joe Boots“ und „Just a normal Girl“ moderierte Gesamtkoordinator Marko Junghänel jeweils Gespräche mit den Preisträgern. „Man hätte ähnliche Fälle auch in Deutschland finden können“, sagte Regisseur Florian Baron über seinen Protagonisten. Joe Boots aus dem gleichnamigen Film kehrt als traumatisierter Kriegsveteran aus dem Irak zurück. „In den USA musste ich nicht danach suchen, da hat das Thema mich gefunden, weil es einfach viel mehr dieser Fälle gibt“, berichtete Baron.

© Stiftung Journalistenakademie

Regisseurin Yasemin Markstein („Just a normal Girl“) stellte sich ohne die Protagonistin Vanessa Ugiagbe den Fragen auf der Bühne. Die mutige Vanessa erzählt im Film ihre Geschichte von Flucht vor Zwangsverheiratung und Beschneidung. „Vanessa hat es vor der Kamera sehr gut gefallen“, verriet Yasemin Markstein. „Nach dem Schulabschluss möchte sie deswegen gerne Schauspielerin werden.“

„Styx“ von Wolfgang Fischer schloss den Abend ab. Im Film stößt Seglerin Rike im Atlantischen Ozean auf ein schwer beschädigtes und hoffnungslos überfülltes Flüchtlingsschiff. „Viele sind satt geworden von dokumentarischen Bildern, sie sind davon nicht mehr emotional berührt“, erklärte Junghänel. „Doch das schafft dieser Spielfilm.“ Im Publikum war das deutlich zu spüren: Am Ende des Films gab es keinen lauten Applaus, es herrschte entrückte Stille. „Styx“ ist ein Film, der nachwirkt und zum Nachdenken anregt.

Die Veranstaltung wurde unter anderem in Kooperation mit der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit durchgeführt.

Bericht von Johanna Leitenbacher

Weitere Informationen

Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
Logo
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
Suche Kontrast Schriftgröße