25.09.2020 München/Hof Grenzland erkunden - und los

30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung und 31 Jahre nach dem Fall der Mauer stellt die Landeszentrale ein digitales Medium für Interessierte an der deutsch-deutschen Geschichte sowie an einer Tour durch den bayerisch-thüringisch-sächsischen Grenzraum zur Verfügung. Nach dem Motto „App aufs Handy laden und los geht die Tour zu unvorstellbaren menschlichen Schicksalen“ ist das Medium konzipiert. Die beiden angebotenen Touren starten am Bayernturm im Landkreis Rhön-Grabfeld und führen auf unterschiedlicher Strecke zum Deutsch-Deutschen Museum nach Mödlareuth im Landkreis Hof. Kooperationspartner ist die Bayerische Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen. Gefördert wurde das Projekt von der Bayerischen Sparkassenstiftung.

Die Grenzland-App kann über die App-Stores  auf das Handy heruntergeladen werden.

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BLZ-Direktor Rupert Grübl: „Wir wollen das Jubiläum der Wiedervereinigung und des Falls der Mauer nutzen, um Menschen jeglichen Alters den Alltag mit dem Eisernen Vorhang, die Unterdrückung in dem Unrechtsregime DDR und die Freiheit in der rechtsstaatlichen Demokratie in der Bundesrepublik erfahrbar zu machen. Ich freue mich, wenn unsere Grenzland-App dazu beiträgt, dass möglichst viele Menschen diese abwechslungsreiche Landschaft mit historischen Ereignissen und menschlichen Erfahrungen kennenlernen können. Dieses Stück deutscher Geschichte darf nicht in Vergessenheit geraten.“

Die Grenzland-App vermittelt auf den Touren „Straßen in eine traurige Vergangenheit“ und „Wo Schicksale lebendig werden“ Einblicke in die Zeit von 1945 bis 1990. Nutzer der APP erfahren auf knapp 200 Kilometern Wegstrecke vom Bayernturm in Unterfranken bis nach „Little Berlin“ am Dreiländereck zwischen Bayern, Thüringen und Sachsen Details von der Unterdrückung von Menschen. Sie nehmen Anteil an ihrer Sehnsucht nach Freiheit und können ihre Bindung an die Heimat nachvollziehen. Die App erzählt von Menschen, die sich mit aller Kraft gegen die Zwangsumsiedlung durch die DDR wehrten. Sie führt zu Orten, die vom SED-Regime entvölkert und dann „geschleift“ wurden. Die App lässt Menschen in O-Tönen zu Wort kommen, die sich dem DDR-Regime entziehen wollten und konnten. Sie erinnert an die Friedliche Revolution, mit der Menschen in der DDR Mauern und Sperrzäune zu Fall brachten. Die App lädt ein in eine Gedenkstätte und Museen, wo man das Grenzsystem als Herrschaftsinstrument der DDR, aber auch den Alltag der Menschen an beiden Seiten des Eisernen Vorhangs nachzeichnet: in Mödlareuth ebenso wie z. B. in Neustadt bei Coburg, Probstzella oder Streufdorf und in Bad Königshofen.

Die beiden Touren können mit Motorrad und Auto wie auch mit dem E-Bike und für Geübte auch mit einem Fahrrad bewältigt werden. Eingefügte Karten und Wegebeschreibungen helfen sich auf Tour zu begeben. Die App ermöglicht auch, die jeweilige Tour in Etappen zu absolvieren und sich ein wenig Zeit für die bayerisch-thüringisch-sächsische Grenzregion zu nehmen. Und die Nutzer können jeden einzelnen Ort aufrufen und sich von dort aus auf den Weg machen. Unter den Buttons „Durchblick“ und „Geteiltes Deutschland“ gibt es Erklärungen von Begriffen und weiterführende Hintergrundinformationen.

Hinweis: Grenzland-App, herausgegeben von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit in Zusammenarbeit mit der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern und der Bayerischen Sparkassenstiftung.

Redaktion: Dr. Ludwig Unger, Matthias Haberl, Uta Löhrer.

Weitere Informationen

Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
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Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

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