München Hesperiden und Agora: Europas Zukunft im Gespräch aus polnischer Sicht

Nach den Europawahlen wird viel diskutiert. Eine Frage, die sich dabei immer wieder stellt, ist: Wie kann und soll die Europäische Union den Anforderungen des 21. Jahrhunderts begegnen? Wie wird das Europa der Zukunft aussehen? Darüber gibt es innerhalb der Europäischen Union sehr unterschiedliche Ansätze und Ideen. In der ersten Veranstaltung der neuen Reihe „Europas Zukunft im Gespräch“ richtete sich unser Blick nach Polen und wir diskutierten über die europapolitischen Vorstellungen unseres Nachbarlands.

Gäste auf dem Podium waren Dr. Justyna Schulz, Direktorin des West-Instituts in Posen (Instytut Zachodni, Poznan), Prof. Dr. Krzystof Ruchniewicz, Direktor des Willy-Brandt-Zentrums für Deutschland- und Europastudien an der Universität Breslau (Wroclaw) und Eva Feldmann-Wojtachnia, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Centrum für Angewandte Politikforschung in München.

Dr. Justyna Schulz betonte, dass der Diskurs über die EU kein in sich geschlossenes Konzept sei. Allerdings sei die Rückbesinnung auf Werte im Sinne eines „hesperialistischen Europas“ wichtig, bei dem es um die „Verteidigung der natürlichen Familie, strenge Regulierung der Zuwanderung, Rückkehr zum Naturrecht, Sicherung eines sozialverträglichen Wirtschaftsmodells, radikale Durchsetzung der Subsidiarität, Wiederbelebung der kulturellen Wurzeln unserer Identität und Erneuerung unseres Sinnes für das Schöne“ geht. Diesem Wertekanon liege die Entwicklung Europas zugrunde.

Als Antwort auf die Frage, wie sich die Polen die Gestaltung der EU des 21. Jahrhunderts vorstellen, wählte Prof. Dr. Krzystof Ruchniewicz das Bild eines unfertigen Hauses – dem Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel. Ebenso wenig wie das oberste Stockwerk des Hauses der Europäischen Geschichte in Brüssel sei auch das Projekt Europa noch nicht fertiggestellt. Seiner Ansicht nach sollten vor allem Bildungsprojekte – auch länderübergreifend – in den Fokus rücken. Zudem sollten im Sinne der Agora, dem wesentlichen Gestaltungselement der griechischen Polis, breite Teile der Gesellschaft einbezogen werden. Weil es wichtig ist über Probleme zu sprechen ohne neue zu schaffen, seien Gestaltungsideen gefragt, so der Historiker. Es gehe dabei nicht um Anpassung, sondern darum, das Gespräch über das Europa zu führen. Schließlich habe sich Polen 1989 für den Liberalismus entschieden.

Europapolitik sei nur zu verstehen, wenn man die polnische Innenpolitik versteht. Viele europolitische Themen würden aus einer starken sicherheits- und geopolitischen polnischen Perspektive betrachtet, so Eva Feldmann-Wojtachnia, die zehn Jahre lang Mitglied des Stiftungsrats und erste Vorsitzende der Stiftung Kreisau für europäische Verständigung war. Auf die Frage wie wir eigentlich mit dem EU-Partner Polen umgehen sollen, fordert Eva mehr Kompetenzen im politischen Dialog und verweist auf die Rolle der Medien. Sie betont abschließend, dass eine Rückbesinnung auf Europa absolut notwendig sei.

Die Veranstaltung lieferte zahlreiche Impulse, um den Dialog über Europas Zukunft fortzusetzen.

Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
Logo
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Frage

  • Lothar Matthäus
  • Lukas Podolski jks dkajshdkjashdkajs kadhsakjdhsad asd
  • Bartimäus

Herzlichen Glückwunsch!
Sie haben 8 von 9 Fragen
richtig beantwortet!

Im Durchschnitt wurden 4,5 Fragen
korrekt beantwortet.

Suche Kontrast Schriftgröße