11.08.2021
Rückblick
Themenwoche Gemeinsam 21: Rassismus überwinden

Im Rahmen der ersten „Gemeinsam-Themenwoche“ der Landeszentrale setzten wir uns in unter­schiedlichen Formaten und anhand von vielen Themenfeldern und unterschiedlichen Partner*innen mit Rassismus auseinander. Dabei ging es zum einen darum, Rassismus zu identifizieren und seine gesellschaftliche Bedeutung besser zu verstehen. Die Absicht war es, einen demokratischen Raum zu öffnen, in dem unterschiedliche Deutungsansätze, Sichtweisen und umstrittene Begrifflichkeiten diskutiert werden können. Zum anderen haben wir aber auch versucht, gemeinsam nach Lösungsansätzen zu suchen, wie wir Rassismus in all seinen Erscheinungsformen, wie etwa auch Antisemitismus und Antiziganismus, in Zukunft noch besser etwas entgegensetzen können. Dabei haben wir in unterschiedlichen Konstellationen ganz unterschiedliche Formate erlebt:

Im Gespräch mit Schüler*innen

In ganz Bayern fanden im Laufe der Woche Wertedialoge statt, die die Bildungsinitiative GermanDream in Kooperation mit der Landeszentrale durchgeführt hat: Sogenannte Wertebotschafter*innen kamen anhand ihrer eigenen Biographien und Erlebnissen mit Schulklassen ins Gespräch und suchten dabei unter anderem nach gemeinsamen Werten, die uns durch das Grundgesetz verbinden. Immer ging es dabei auch um Handlungsoptionen, wenn man Diskriminierung beobachtet sowie Möglichkeiten, wenn man selbst direkt oder indirekt betroffen ist.

Mehr als 1000 Schüler*innen nahmen an einem interaktiven Workshop zum Thema „Rassismus & Sprache“ von Hülya Ilter teil, die auf diesem Gebiet arbeitet und forscht. Dabei wurde zwar auch ganz demokratisch gestritten, etwa darüber, ob Straßennamen umbenannt werden sollten, wenn diese einen rassistischen Bezug etwa zur Kolonialgeschichte aufweisen. Unmissverständlich deutlich aber wurde, dass unsere Sprache ein mächtiges Instrument ist, mit dem sehr sensibel und bewusst umgegangen werden muss, um eine rassistische Sprache zu vermeiden.

10 Klassen aus beruflichen Schulen nahmen am interaktiven Online-Rollenspiel „Casting Culture - Was wäre wenn?“ des Brachland-Ensembles teil: Hierbei mussten die Teilnehmer*innen diskriminierendes Verhalten und Sprache identifizieren und hatten es mit dem Leiter eines Casting-Prozesses zu tun, dem die Schüler*innen in ihren Rollen mit dem sog. „Bullshit-Button“ immer wieder sein diskriminierendes Verhalten vor Augen geführt haben.

Workshops für Multiplikator*innen

In der Fortbildung für Multiplikator*innen „Rassismus und Populismus entgegnen, Werte erlebbar machen“ gemeinsam mit GermanDream kamen Lehrkräfte mit der Antirassismus-Trainerin Noemi Sander ins Gespräch. Die Teilnehmenden konnten – vor dem Hintergrund persönlicher Erfahrungen und Eindrücke aus dem Schulumfeld – Fragen stellen und sich Tipps zu holen, wie sie etwa mit rassistischen Bemerkungen im Klassenzimmer umgehen könnten.

Die im letzten Jahr gegründete Initiative „OpenAfroAux“ aus Augsburg veranstaltete unter dem Titel „(Alltags)Rassismus erkennen und handeln!“ eine Fortbildung für Multiplikator*innen in der Sozialen Arbeit. Die Antirassismustrainerinnen Feven Selemon und Fabienne Molela Moukara gingen dabei zunächst darauf ein, wie sich Alltagsrassismus für Betroffene anfühlt und auswirkt um anschließend die historische Komponente von Rassismus und deren Auswirkungen bis heute zu thematisieren. In Kleingruppen wurden darauf aufbauend Handlungsoptionen für den Alltag entworfen und diskutiert.

Unter dem Titel „Rassismus überwinden?! - Wen braucht es dazu und welche Rolle nehme ich darin ein?“ führten Eric Mbarga und Hangwen Maierhofer von AGABY einen Workshop für Interessierte ohne Vorwissen durch, bei dem nicht nur Ursachen für rassistische Vorstellungen in unserer Gesellschaft verdeutlicht wurden, sondern auch ganz praktische Beispiele erläutert wurden, was jede*r Einzelne auch im kleinen Rahmen in seinem Umfeld gegen Rassismus tun kann. Besonders gut angenommen wurde die Möglichkeit, über ein interaktives Tool anonym Fragen an die Referent*innen zum Thema zu stellen.

Den Abschluss der Workshop-Woche bildete die Fortbildung „Hilfe, ich muss einen Projekttag zum Thema Rassismus organisieren“, die in Form eines Barcamps etliche ganz konkrete Möglichkeiten vorgestellt hat, welche Projekte und Ansätze Lehrkräfte in Schulen holen können, um über Rassismus zu sprechen.

Webtalk

Auf welche vielfältige Weise Rassismus in unserer Gesellschaft verankert ist, machten drei Webtalks deutlich:

In „Warum ist James Bond nicht schwarz? – Wie offen ist die Popkultur?“ wurde klar, dass gerade im Bereich Film und Fernsehen noch viele rassistisch geprägte Stereotype eine Rolle spielen - und wiederum bestimmte Rollen nicht für alle Schauspieler*innen in Frage kommen.

Im Webtalk: „Computer sagt Nein“?  Diskriminierungsrisiken durch algorithmische Entscheidungssysteme“ wurde verdeutlicht, dass nicht nur Menschen, sondern auch Programme rassistisch sein können, da sie meist auf Daten der Vergangenheit zurückgreifen und auch die Programmierer*innen noch nicht so divers besetzt sind, wie unsere Gesellschaft es ist.

Dass auch in Deutschlands beliebtestem Breitensport Rassismus oft noch immer an der Tagesordnung ist machte der Webtalk „Mikrokosmos Amateurfußball: „Vielfalt, Respekt und Toleranz“ – Wird der Amateurfußball in Bayern seinem Ideal gerecht? deutlich.

Festzuhalten ist darüber hinaus, dass alle drei Webtalks mit Ihren Teilnehmer*innen und Referent*innen auch Mut machten, sei es mit Fußballvereinen und –projekten, die Empowerement zu ihrer Leitlinie gemacht haben und in ihren Strukturen gegen Rassismus im Amateurfußball arbeiten. Oder im Bereich der Programmierung, in dem sich Expert*innen bemühen, den Algorithmen den Rassismus wieder „abzutrainieren“. Und auch im Bereich Film und Fernsehen tut sich was, wenn sich etwa die Filmemacher*innen von LOST-Films auf den Weg machen, um ganz gezielt diverse Horrorfilme zu produzieren, um für eine diversere Filmlandschaft zu sorgen.

Das ganze Programm der Woche mit allen Referent*innen finden sich nochmals hier zum Nachlesen:

Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
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Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

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