Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit

"Geschichte der DDR": Zeitzeugengespräche an Schulen

Wittenburg

Um das Thema „Geschichte der DDR“ in der schulischen Bildung zu verankern und vertiefen, hat die Landeszentrale den Autor und Fotografen Siegfried Wittenburg gewonnen, der seit April 2014 an bayerischen Schulen unter dem Motto „Leben in der Utopie. Der Alltag in einem verschwundenen Staat“ Zeitzeugengespräche durchführt.

Der gelernte Funkmechaniker und späterer Bildautor Siegfried Wittenburg hat das Leben in der Zeit der DDR-Diktatur kritisch beobachtet, tiefgründig dokumentiert und damit gleichzeitig auf subtile Weise visuell kommentiert. Er vermittelt somit Eindrücke, wie über Jahrzehnte hinweg eine Scheinwelt aufrechterhalten und die Wahrnehmung des Seins, des Ist-Zustands der Städte und der Umwelt bewusst verdrängt wurden.

Das Leben im DDR-Alltag

„In der Fotografie ist es am schwersten, den Alltag gut darzustellen.“ Diese Worte eines Berufskollegen hatten sich Siegfried Wittenburg zu Beginn seiner fotografischen Laufbahn besonders eingeprägt. Er nahm sie als Herausforderung an - und fotografierte das Leben im DDR-Alltag. Dabei erlebte er zahlreiche Konfrontationen mit dem Regime.

„Es gab Menschen, die haben gemerkt, wie es um ihren Staat bestellt ist, und haben Veränderungen eingeleitet. Und es gab andere, die habe ich mit meinen Darstellungen aus einem schönen Traum gerissen, den sie eigentlich gern weitergeträumt hätten.“, kommentiert Wittenburg die Wirkung seiner Fotos.

Später stellte sich heraus, dass sogar der Berufskollege ein IM der Stasi war. Das ergibt viel Stoff für spannende Zeitzeugengeschichten…

Vita

Siegfried Wittenburg, 1952 in Warnemünde geboren und heute in Langen Brütz bei Schwerin lebend, begann seine fotografische Karriere 1977. Er erlebte während der Zeit der DDR-Diktatur zahlreiche Konfrontationen mit dem Regime.

Sein Foto, das er von Joachim Gauck während einer Fürbittenandacht in der Marienkirche Rostock aufnahm, ging um die Welt. Heute ist Wittenburg als freier Fotografiker, Bild- und Textautor sowie Projektentwickler für visuelle Kommunikation tätig.

"Leben in der Utopie": Zeitzeugengespräche in Schulen

Zuhörer des Vortrags

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Seinen Vortrag nennt Herr Wittenburg „Leben in der Utopie“. Bereits dieser Titel weist darauf hin, dass die Ideologie des sozialistischen Staats das prägendste Element in einem Staat war, der zunehmend die Freiheit des Einzelnen beschnitt.

Dies dokumentierte Siegfried Wittenburg mit seinen Fotos, anhand derer er die Zustände in der DDR nahe bringt: Ob auf dem Gebiet des Wohnens, des Reisens, des Konsums - die Bilder sprechen eine deutliche Sprache. Die Menschen wurden genormt, und kontrolliert.

Insgesamt nahmen an diesem Veranstaltungsformat mehr als 1000 Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Klassen aus folgenden Schulen teil:

  • Chiemgau Gymnasium Traunstein
  • Annette-Kolb-Gymnasiums Traunstein
  • Rottmayr-Gymnasiums Laufen
  • Gymnasium Bad Aibling
  • Karlsgymnasiums Bad Reichenhall

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© Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit   •   letzte Änderung am: 09.01.2015 13:09