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Einsichten und Perspektiven Themenheft 1 I 2020

Was können wir tun, um Antisemitismus wirksam zu begegnen? Wie können wir bewusst

an die Seite von Jüdinnen und Juden treten?

Es geht dabei um Prävention, Intervention und Sanktion.

1. Es bedarf einer Kultur des Hinschauens und der Solidarität mit Jüdinnen und Juden.

2. Es darf in Deutschland keine No-go-areas für Jüdinnen und Juden geben. Das Straf-

recht muss konsequent angewendet und die Handlungsmöglichkeiten der Strafverfol-

gung und des Strafrechts müssen erweitert werden.

3. Schließlich müssen wir präventiv gegen den Antisemitismus vorgehen; und dazu

benötigen wir die Unterstützung von staatlichen Einrichtungen und gesellschaftlichen

Organisationen. Dazu dient die Diskussion über die Antisemitismusdefinition der

International Remembrance Alliance und deren Annahme etwa durch die Bayerische

Staatsregierung.

4. Die Menschen benötigen seriöse Informationen über jüdisches Leben, über die Situ-

ation der Menschen in der einzigen Demokratie im Nahen Osten, in Israel, und über

den Antisemitismus u. a.

- in der Schule,

- in Erwachsenenbildung und Ehrenamt,

- im Öffentlichen Dienst und in der Wissenschaft

- sowie in den Medien.

Und gerade hier kann die neue Publikation der Bayerischen Landeszentrale für politische

Bildungsarbeit mit Beiträgen von renommierten Experten einen wichtigen Beitrag leis-

ten. Dafür danke ich den Herausgebern, der Redaktion, und vor allem auch den Autorin-

nen und Autoren.

Ihr

Dr. Ludwig Spaenle

Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen

Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe