Mödlareuth 30 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs

„Glaube nicht alles, was man dir sagt“, „Freiheit“, „Gerechtigkeit“ und „Offenheit“ sind Werte, die es zu schützen gilt. Das waren Anliegen, die Schülerinnen und Schüler aus Bayern, Thüringen und Sachsen vom „Freiheitscampus“ in Mödlareuth am ehemaligen Grenzzaun in Mödlareuth am 1. Juli an Großplakaten angebracht und als Themen zu Hause weiterbearbeiten wollen.

Zu dem Freiheitscampus waren rund 140 Schülerinnen und Schüler nach „little Berlin“ gekommen, wie Mödlareuth aufgrund der Teilung des Ortes an der Grenze von Bayern und Thüringen bis 1989 genannt wurde. Eröffnet wurde der Freiheitscampus von Kultusstaatssekretärin Anna Stolz.

Die Schüler und ihre Lehrkräfte hatten sich über die Teilung Deutschlands, das Leben an der Grenze – in der demokratischen Bundesrepublik und der DDR-Diktatur – über Flucht und Zwangsumsiedlung von Bewohnern der Sperrzone durch die DDR-Behörden informiert. Zeitzeugen wie Marie-Luise Tröbs vom Bundesverband der Zwangsausgesiedelten, Dieter Gäbelein, und Karin Mergner ermöglichten den Schülerinnen und Schülern eine ganz unmittelbare Erfahrung – eingebettet in weitergehende Informationen durch Museumspädagogen des Deutsch-Deutschen Museums.

Staatssekretärin Stolz eröffnete Freiheitscampus

„Wir müssen an der Einheit der Menschen in den alten und neuen Ländern weiterarbeiten. Wir dürfen aber auch die Teilung unseres Landes vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis 1989 nicht vergessen: Denn unter dieser haben viele Menschen in Deutschland, gerade auch in Bayern, Thüringen und Sachsen, gelitten.“ Dies betonte Kultusstaatssekretärin Stolz bei der Eröffnung. „Ihr baut die Gesellschaft der Zukunft. Eure Begegnung und gemeinsame Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte, der Teilung und der Wiedervereinigung sind so wichtig“, so die Staatssekretärin zu den Schülern und ergänzte: „Mödlareuth ist dazu der ideale Ort. Der Fall des Eisernen Vorhangs wird auf dem Freigelände des Deutsch-Deutschen Museums bis heute besonders greifbar.“

Landeszentrale als Mitausrichter

Die bayerischen Schülerinnen und Schüler, die an dem Freiheitscampus teilnahmen, kamen vom Reinhart-Gymnasium Hof, von der Wirth-Realschule Hof und der Mittelschule Feilitzsch. Die Schülerinnen und Schüler aus Sachsen kommen aus Plauen, die von Thüringen aus Bad Lobenstein und Hirschberg.

Anlass für diese länderübergreifende Veranstaltung war der Fall des Eisernen Vorhangs vor 30 Jahren. Die Veranstalter, das Deutsch-Deutsche Museum Mödlareuth, die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit sowie die Staatskanzlei Thüringen hatten auch Ausschnitte der Serie „Tannbach“ des ZDF einbezogen.

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