08.09.2020 Murnau DAS WIRD MAN JA WOHL NOCH SAGEN DÜRFEN

„Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.“ Diesen Satz hören wir in jüngster Zeit häufiger. Und meist kommt in diesem Zusammenhang eine Aussage, die man zwar sagen darf, aber nicht sagen sollte, weil sie womöglich einen anderen Menschen diskriminiert. Das Nachdenken über diesen populistischen Satz war der Ausgangspunkt für ein Wahlkurs-Kunstprojekt am Staffelsee-Gymnasium Murnau. Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern von der 5. bis zur 11. Jahrgangsstufe beschäftigte sich gemeinsam mit einem Schriftsteller, drei Künstlerinnen und Lehrkräften sowohl schriftstellerisch als auch künstlerisch mit dem Thema.

Ziel des Kunstprojekts war es, Schülerinnen und Schüler für den Missbrauch von Sprache zu sensibilisieren. Damit es ihnen gelingt, in ihrem Alltag populistische Sprachkonstruktionen zu erkennen und solchem Sprachmissbrauch auch entgegen zu treten. Denn von einer gewalttätigen Sprache ist es meist nur ein Schritt zur tatsächlich ausgeübten Gewalt.

Zunächst analysierte die Gruppe populistische Slogans auf Wahlplakaten und Social-Media-Posts, um herauszufinden, mit welchen sprachlichen und bildlichen Werkzeugen Populisten arbeiten. Dann teilte sich die Gruppe auf: Der eine Teil bildete die Schreibwerkstatt DAS WIRD MAN JA WOHL NOCH SAGEN DÜRFEN, in deren Rahmen die Schüler*innen unter der Anleitung des Schriftstellers Jörg Steinleitner und der Lehrkräfte Verena Oswald und Richard Mohr positive politische Slogans für eine offene und tolerante Gesellschaft entwickelten. Außerdem verfassten sie Kurzgeschichten rund um Themen wie Diskriminierung, Menschenrechte, Rassismus, Freiheit, Gleichheit und Demokratie. Die besten Geschichten werden in einem Buch veröffentlicht.

Der andere Teil der Gruppe traf sich zu der Kunstwerkstatt DAS WIRD MAN JA WOHL NOCH TRAGEN DÜRFEN. Inspiriert von den Künstlerinnen Sonnja Riedl, Susanne Winter und Nana Klaass entwarfen und nähten die Schüler*innen Taschen. Außerdem designten sie Schriftzüge für die von der Schreibwerkstatt entwickelten Slogans für eine tolerante Gesellschaft. Und schließlich bedruckten sie ihre Taschen mit den Slogan-Designs und mithilfe der kunstvollen Siebdrucktechnik. Die Taschen sollen Menschen sprachlich und modisch überraschen und dazu animieren, sich durch das Tragen einer Tasche oder eines Kleidungsstücks zu einer menschenfreundlichen Sprache zu bekennen. Sofern es die Corona-Beschränkungen erlauben, wollen die Schülerinnen und Schüler sowohl ihr Buch als auch die von ihnen designte Taschenkollektion im Rahmen einer Lesung mit Modenschau präsentieren. Das Projekt wurde in Kooperation mit der Bayerischen Landezentrale für politische Bildungsarbeit durchgeführt und vom Freundeskreis des Staffelsee-Gymnasiums Murnau unterstützt.

Jörg Steinleitner

Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
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Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

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