27.09.2019 Kaisheim Parlamentarier nutzten ihre Chance

„Verfassung? Geht mich an!“ Der Titel einer Veranstaltung im Kaisersaal der Justizvollzugsanstalt Kaisheim war Programm. Im Mittelpunkt stand eine Ausstellung zur Geschichte des Parlaments in Bayern und einem frühen Volksvertreter.

Demokratie benötigt Demokraten und Verfassungen müssen gelebt werden, das wurde an den Ausführungen der Landtagsabgeordneten Tanja Schorer-Dremel ebenso deutlich wie an Vorträgen von Landeshistoriker Dr. Ludwig Unger und Christine Schmid-Mägele, Stellv. Schulleiterin des Maria-Ward-Gymnasiums Augsburg. Christine Schmid-Mägele hatte mit Schülerinnen und Schülern des Paul-Klee-Gymnasiums Gersthofen, der Elisabeth-Schule der Lebenshilfe Aichach, der Geschwister-Scholl-Mittelschule Aichach und in Zusammenarbeit mit den Justizvollzugsanstalten Aichach und Kaisheim das Leben von Carl Ernst Freiherr von Gravenreuth und sein Wirken in der Bayerischen Ständeversammlung von 1819 bis 1825 untersucht und auch einen Nachfahren des ehemaligen Parlamentariers getroffen. In diesem Umfeld entstand auch eine kunstvoll gearbeitete Replik der Verfassungslade von 1818 – die im Juli von den Verantwortlichen der Justizvollzugsanstalt mit dem Leiter der JVA, Peter Landauer, an die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Ilse Aigner, übergeben worden war. Die Verfassung von 1818 selbst, eine Replik der Verfassungslade, Papierbühnen zu Stationen von König Max I. Joseph, Hörstationen sowie vielfältige Informationen und Materialien zu Heimat und Freiheit – auch als Film – fügten die Veranstalter, darunter Jakob Mägele, Studienrat in der JVA Kaisheim, zu einer multiperspektivischen Schau im Kaisersaal der ehemaligen Zisterzienserabtei zusammen.

Erste Ansätze parlamentarischer Arbeit 1819

Die Arbeit zu dem Diplomaten und Spitzenbeamten von Gravenreuth fügte sich nahtlos in ein Projekt der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, des Verbandes der bayerischen Geschichtsvereine und des Hauses der Bayerischen Geschichte ein. Dieses Projekt zielte auf die Bayerische Verfassung von 1819 und deren Umsetzung – vor allem in den zwei Kammern der Ständeversammlung von 1819. Ludwig Unger von der Bayerischen Landeszentrale wies auf die Rechte hin, die die Bürger Bayerns durch die allerdings oktroyierte Verfassung bekamen, aber auch auf die weitere Verfassungsentwicklung. Verfügte die Ständeversammlung 1819 nur über sehr eng begrenzte Kompetenzen und sollte binnen sechs Jahren nur wenige Monate tagen, doch nutzten die Parlamentarier ihre Möglichkeiten aus. Bis 1919 entwickelte sich Bayern mit der Bamberger Verfassung zu einem modernen Verfassungsstaat: Gleiches Wahlrecht von Frauen und Männern zum Landtag und Formen direkter politischer Mitgestaltung durch die Bürgerinnen und Bürger in Volksbegehren und Volksentscheid – Markenzeichen auch der bayerischen Verfassung von 1946.

Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
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