22.11.2019 Bayern Rückblick auf die Aktionstage Netzpolitik & Demokratie 2019

Die Digitalisierung und somit auch Fragen der Netzpolitik bestimmen mehr und mehr die politische Agenda. Auch dieses Jahr haben die Bundeszentrale sowie die Landeszentralen für politische Bildung daher erneut die Aktionstage für Netzpolitik und Demokratie organisiert. In ganz Bayern fanden 2019 insgesamt 18 Veranstaltungen statt - von Würzburg bis nach Traunstein. Die Bandbreite der Veranstaltungen entsprach dabei der Vielfältigkeit des Themas und richtete sich dabei an ein breites Zielpublikum.

Einen Schwerpunkt bildete in diesem Jahr das Thema Informationssicherheit, bei dem die BLZ eng mit acatech, dem deutschen Verband der Technikwissenschaft, kooperierte, um ein eigenes Unterrichtskonzept zu diesem Thema zu entwickeln, das Lehrerinnen und Lehrern bayernweit ab nächstem Jahr zur Verfügung stehen wird. In einer Lehrerfortbildung wurde das Konzept vorgestellt und die Lehrkräfte bekamen darüber hinaus hochkarätigen Input zum Thema Sicherheit im Netz. Alexander von Gernler, der sich als Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Informatik für die breitflächige Weitergabe von IT-Kompetenzen einsetzt, sprach unter anderem über die Wichtigkeit von Passwortmanagern. IT-Sicherheitsexperte Martin Kreuzer von der Munich Re gab einen Überblick über die Arten von Cyberangriffen.

Die Chancen digitaler Technologien nutzen - für mehr Inklusion!

In Nürnberg wurde parallel dazu der Fokus auf die Chancen neuer Technologien gelegt. Besonders in der digitalen Welt gibt es bereits heute viele Tools und Apps, mit denen sich Menschen mit Behinderungen im Alltag besser zurechtfinden können, etwa über den Blindenstock der Zukunft, der mit Sensoren ausgestattet ist und blinden Menschen dadurch bei der Orientierung im Alltag hilft.

Für ein faires Miteinander

Tags drauf stand in der 7. Klasse der Franziska-Hager-Mittelschule in Prien der Umgang miteinander im Zentrum der Aufmerksamkeit. Dabei ging es vor allem um Hass im Netz und Online- Kommunikation, aber auch um die Frage, ob und warum im Netz andere Regeln gelten als von Angesicht zu Angesicht. Es wurde viel diskutiert und sowohl bei den Schüler*innen, den Lehrer*innen als auch den Medienpädagog*innen vom JFF - Institut für Medienpädagogik - kamen dadurch viele neue Einsichten und Denkanstöße zustande. Zum Abschluss wurden Memes produziert, die bei einer aufgeheizten Diskussion oder Hasskommentaren "die Luft rausnehmen" könnten und Haltung zu einer Sprache bekennen, die sich sowohl an der Meinungsfreiheit, als auch an der Würde des Menschen orientiert.

Podiumsdiskussion im Degginger in Regensburg

Den Abschluss der Aktionstage in Bayern bildete eine Podiumsdiskussion im Café Degginger in Regenburg, bei der über die Veränderungen infolge der geänderten Richtlinie zum EU-Urheberrecht diskutiert wurde. Ein Kernpunkt dabei war, welche Auswirkungen die Einführung von Uploadfiltern für die Zukunft des Internets haben wird. Wie können Upload-Filter praktisch funktionieren und können diese beispielsweise Parodien erkennen? Besteht dadurch die Gefahr von Zensur und sogenanntem Overblocking? Insbesondere in Bezug darauf, ob die Auswirkungen der Reform wirklich den Charakter des Netzes fundamental verändern werden, oder aber die Diskussion rund um die EU-Reform insgesamt überdramatisiert worden sei, entbrannte zwischen den Teilnehmenden eine kontroverse Debatte.

Alle Veranstaltungen in Bayern

Die folgende Karte gibt Ihnen einen Überblick aller Veranstaltungen, die 2019 im Rahmen der Aktionstage Netzpolitik und Demokratie in Bayern stattgefunden haben:

Alle bundesweiten Veranstaltungen können auf der Webseite des Gemeinschaftsprojekts abgerufen werden.

Die BLZ möchte sich an dieser Stelle noch einmal explizit bei allen Projektpartnern sowie den Kolleginnen und Kollegen bei der Landeszentrale in Baden-Württemberg für die hervorragende Zusammenarbeit bedanken.

 

Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
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