Unsere Tipps für Sie

Am 8. März wird mit dem „International Women’s Day“ auf Frauenrechte, die Gleichstellung der Geschlechter und bestehende Diskriminierungen aufmerksam gemacht. Um sich mit einzelnen Themenbereichen noch vertiefter auseinanderzusetzen, bieten wir Ihnen hier weiterführenden Lesestoff und Film-Tipps an.

RBG - Ein Leben für die Gerechtigkeit
Ihr Traum war es, die Amtszeit von Trump zu überleben. Dieser ging leider nicht in Erfüllung. Dennoch bleiben viele ihrer Worte unvergessen - wie beispielsweise die Antwort auf die Frage, wann es genügend Frauen im Obersten Gerichtshof geben wird: "Wenn es neun gibt.“ Ruth Bader Ginsberg war und ist ein Vorbild für viele Frauen. Der Film dokumentiert ihr Leben und beschreibt die Hindernisse, die sie aus dem Weg räumen musste.
Dokumentarfilm  2018

Margarete Stokowski: Die letzten Tage des Patriarchats
In diesem Buch finden sich die gesammelten, oft unbequemen Kolumnen von Margarete Stokowski - teilweise mit Kommentierungen durch die Autorin selbst. Manche ihrer Aussagen sind schmerzhaft, bringen einen aber gerade deshalb auch zum Nachdenken.
rowohlt Taschenbuch, 2019, 320 Seiten, 12,00€, ISBN: 978-3-499-60669-4

Chimamanda Ngozi Adichie: We should all be Feminists (TED/Talk und Buch)
Inzwischen liegt der TED-Talk von Chimamanda Ngozi Adichie auch in gedruckter Form vor. In ihrer Rede beschreibt Chimamanda Ngozi Adichie eindrücklich, was es braucht, um unsere Welt und unsere Gesellschaft zu einer gerechteren zu machen.
Ted-Talk: https://www.ted.com/talks/chimamanda_ngozi_adichie_we_should_all_be_feminists
Englisch: Harper Collins Publ. UK, 2014, 64 Seiten, 9,90€, ISBN: 0008115273
Deutsch: Mehr Feminismus!, FISCHER Taschenbuch, 2016, 112 Seiten, 9,00€, ISBN: 978-3-596-03676-9

Caroline Criado-Perez: Unsichtbare Frauen
Unsere Welt ist von Männern für Männer gemacht und tendiert dazu, die Hälfte der Bevölkerung zu ignorieren. Caroline Criado-Perez erklärt, wie dieses System funktioniert. Sie legt die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Erhebung wissenschaftlicher Daten offen. Die so entstandene Wissenslücke liegt der kontinuierlichen und systematischen Diskriminierung von Frauen zugrunde und erzeugt eine unsichtbare Verzerrung, die sich stark auf das Leben von Frauen auswirkt. Kraftvoll und provokant plädiert Criado-Perez für einen Wandel dieses Systems und lässt uns die Welt mit neuen Augen sehen.
btb Verlag, 2020, 496 Seiten, 15,00€, ISBN: 978-3-442-71887-0

Anna Russel: Wenn nicht ich, wer dann?
Mutige Reden großer Frauen, die Geschichte machten. Eine bewegende Reise durch die Geschichte der Frauenbewegung, ein Manifest gegen Diskriminierung und: ein Aufruf an alle Frauen, ihre Stimme zu erheben!
SIEVEKING VERLAG, 2020, 176 Seiten, 22,00€, ISBN 978-3-944874-87-6

Empfehlungen zum Thema Digitalisierung

Julia Ebner:
Radikalisierungsmaschinen - Wie Extremisten die neuen Technologien nutzen und uns manipulieren

Julia Ebner, die seit vielen Jahren Extremist*innen verfolgt und sich zu Recherchezwecken unter sie mischt, gibt mit „Radikalisierungsmaschinen“ einen sehr breiten Einblick in die unterschiedlichsten extremistischen Gruppierungen und ihren Mechanismen. Der/die Lesende bekommt einen sehr plastischen Eindruck in die Welt der Onlineradikalisierung, in der Grenzen keine Rolle mehr spielen.  suhrkamp taschenbuch, 2019, 334 Seiten, 18,00 €, ISBN: 978-3-518-47007-7

Maik Fielitz, Holger Marcks: Digitaler Faschismus
Ist die digitale Welt Brandbeschleuniger für rechte Gewalt und rechtsextreme Wahlerfolge? Die Autoren gehen dieser Frage nach und zeigen dabei eindrücklich, mit welchen manipulativen Techniken das Internet von Rechtsextremen genutzt wird, um Angst zu streuen und für Verwirrung zu sorgen. „Digitaler Faschismus“ hilft den Einfluss des Digitalen auf unsere Gesellschaft besser zu verstehen. Es zeigt dabei jedoch nicht nur Probleme auf, sondern bietet auch Lösungsideen an.
Dudenverlag, 2020, 240 Seiten, 16,00 €, ISBN: 9783411747269

Armin Nassehi: Muster: Theorie der digitalen Gesellschaft
Schon seit dem 19. Jahrhundert werden in funktional ausdifferenzierten Gesellschaften statistische Mustererkennungstechnologien angewandt, um menschliche Verhaltensweisen zu erkennen, zu regulieren und zu kontrollieren. Oft genug wird die Digitalisierung unserer Lebenswelt heutzutage als Störung erlebt, als Herausforderung und als Infragestellung von gewohnten Routinen. Im vorliegenden Buch unternimmt Armin Nassehi den Versuch, die Digitaltechnik in der Struktur der modernen Gesellschaft selbst zu fundieren. Er entwickelt die These, dass bestimmte gesellschaftliche Regelmäßigkeiten, Strukturen und Muster das Material bilden, aus dem die Digitalisierung erst ihr ökonomisches, politisches und wissenschaftliches Kontroll- und Steuerungspotential schöpft. Infolge der Digitalisierung wird die Gesellschaft heute also regelrecht neu entdeckt.
C.H. Beck 2019, 352 Seiten, 26,00 €, ISBN: 978-3406740244

Julian Nida-Rümelin, Digitaler Humanismus: Eine Ethik für das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz
Autonomer Individualverkehr und Pflege-Roboter, softwaregesteuerte Kundenkorrespondenz und Social Media, Big-Data-Ökonomie und Clever-Bots, Industrie 4.0: Die Digitalisierung hat gewaltige ökonomische, aber auch kulturelle und ethische Wirkungen. In Form eines Brückenschlags zwischen Philosophie und Science-Fiction entwickelt dieses Buch die philosophischen Grundlagen eines Digitalen Humanismus, für den die Unterscheidung zwischen menschlichem Denken, Empfinden und Handeln einerseits und softwaregesteuerten, algorithmischen Prozessen andererseits zentral ist.
Piper, 2018, 224 Seiten, 24,00 €, ISBN-13 : 978-3492058377

Verena Pausder: Das neue Land
Die Autorin skizziert ein faszinierendes Zukunftsbild eines Landes, das sich nicht mehr auf dem Wohlstand der Vergangenheit ausruhen will. Mutig, konsequent und leidenschaftlich. Mit neuen Technologien, einem mitreißendem Start-up-Denken und vor allem ganz konkreten Lösungsvorschlägen. Verena Pausder mischt sich ein und ruft gezielt zum Mitgestalten im Neuen Land auf.
Murmann Publishers, 2020, 200 Seiten, 20,00 €, ISBN-13 : 978-3867746557

Sarah Spiekermann, Digitale Ethik: Ein Wertesystem für das 21. Jahrhundert
Apps, die unaufgefordert Informationen zuschicken; Autos, die von Google-Rechnern gesteuert werden; Sprachassistenten, die Bestellungen für uns vornehmen – immer mehr Menschen fragen: Was macht die Digitalisierung mit mir und meinem Leben?
Droemer HC, 2019, 304 Seiten, 19,99 €, ISBN-13 : 978-3426277362

Dr. Marie-Luise Wolff: Die Anbetung - Über eine Superideologie namens Digitalisierung
Die Corona-Krise hat gezeigt, wie schnell die digitale Technik zur Überwachung der Bevölkerung genutzt werden kann. In ihrem Buch „Die Anbetung – Über eine Superideologie namens Digitalisierung“ beschreibt Dr. Marie-Luise Wolff, wie moderne Monopolunternehmen wie Apple, Amazon, Facebook oder Google mit der Digitalisierung eine neue Superideologie erfanden, die weder Fortschritt noch Werte geschaffen hat. Denn ihr Geschäft ist der Verkauf unserer persönlichsten Daten, die auch zur Überwachung missbraucht werden. Es wird Zeit, die Anbetung der Digitalisierung zu beenden und sich einer modernen Wirtschaft zuzuwenden, die nachhaltige Werte schafft.
Westend, 2020, 272 Seiten, 22,00€, ISBN-13 : 978-3864893049

Shoshanna Zuboff: Zeitalter des Überwachungskapitalismus
Digitalkonzerne wie Facebook und Google sammeln trotz vielfältiger Versuche staatlicher Einhegung unsere Daten. Wie es so weit kommen konnte und warum wir dem "Überwachungskapitalismus" so hilflos gegenüberstehen, erklärt die Ökonomin Shoshana Zuboff in ihrer eindringlichen Analyse.
Campus Verlag, 2018, 727 Seiten, 29,95 €, ISBN: 978-3593509303

Katharina Zweig: Ein Algorithmus hat kein Taktgefühl
Überall ist von „Algorithmen“ die Rede, aber was genau sich hinter dem etwas sperrigen Wort verbirgt, darüber herrscht allgemein große Unsicherheit. Insbesondere im Zusammenhang mit der fortschreitenden Entwicklung von Künstlicher Intelligenz tangieren die in Softwaresystemen verankerten Entscheidungsanweisungen jedoch in immer größerem Maße moderne Lebenswelten. Wie Technik gestaltet werden soll, um gesellschaftliche Belange zu berücksichtigen, ist deshalb eine höchst aktuelle Frage. Um der Technik jedoch nicht schlichtweg ausgeliefert zu sein und sie nach den eigenen Werten und Interessen gestalten zu können, muss man diese jedoch zuerst in grundlegender Weise verstehen.

Vor diesem Hintergrund leistet das Buch der Sozioinformatikerin Katharina Zweig Aufklärung im besten Sinne, da es zentrale Begriffe der Informatik allgemeinverständlich und äußerst anschaulich darstellt. Mithilfe von witzigen Illustrationen und plastischen Beispielen nimmt Frau Zweig der Technik den Nimbus des Unbegreiflichen.
Heyne Verlag, 2019, 320 Seiten, 20,00€, ISBN-13 : 978-3453207301

Manfred Theisen: Nachgefragt: Medienkompetenz in Zeiten von Fake News
Basiswissen zum Mitreden

Jugendliche informieren sich heute primär digital. Umso wichtiger ist es, dass sie bei der Nutzung von digitalen Medien in der Lage sind, Nachrichten und Informationsquellen richtig einzuordnen und wahre von falschen Meldungen zu unterscheiden. Dieses Buch gibt kompetent Auskunft zum Thema.
Loewe Verlag, 2019, 136 Seiten, 8,95 €, ISBN-13 : 978-3743201613

Filme:

The Cleaners
Content-Moderatoren arbeiten bei Facebook, YouTube und Twitter und kontrollieren, was wir im Netz sehen – und was nicht. Ihre Aufgabe ist es, sich tagtäglich durch Texte, Videos und Bilder zu gucken, teils mit drastischem Inhalt. Die Content-Moderatoren sollen Brutales herausfiltern, pornographische Szenen und verfassungsfeindliches Material aussieben. Sie selbst aber sind dem Schmutz weitestgehend schutzlos ausgeliefert. Weder gibt es viel psychologische Begleitung, noch eine lange Einarbeitungszeit. Der Film gibt Einblicke in eine versteckte Welt. Außerdem zeigt er, wie Soziale Netzwerke zu Brandbeschleunigern werden, wenn sie Falschmeldungen verbreiten und Emotionen gezielt verstärken.
https://fsk16-m.bpb.de/mediathek/273199/the-cleaners

The Great Hack
Die Dokumentation „The Great Hack“ stellt das Schalten und Walten von Cambridge Analytica in zwei Stunden eindrücklich nach. Sie beschäftigt sich mit den Anfängen bis hin zu den Anhörungen rund um die Gründer.
(Netflix, 2018)

The Circle
The Circle ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Thriller aus dem Jahr 2017. Der Film basiert auf dem dystopischen Roman Der Circle (Originaltitel The Circle) von Dave Eggers aus dem Jahr 2013, der von einer nahen Zukunft erzählt, in der ein riesiger Konzern die Dienstleistungen von Facebook, Google und Apple aus einer Hand anbietet und hierdurch eine große Menge an Informationen über die Kunden erhält.
(Universum Film, 2017)

Empfehlungen zur US-Wahl

Torben Lütjen: Amerika im Kalten Bürgerkrieg. Wie ein Land seine Mitte verliert
Zwist und Unversöhnlichkeit bildeten den idealen Nährboden für den Aufstieg Donald Trumps. Er profitierte bei seinem Wahlsieg von der präzedenzlosen parteipolitischen Polarisierung und verschärfte sie als Kandidat und Präsident weiter. Zwar macht Lütjen, der als DAAD-Gastprofessor in Nashville von 2017 bis 2020 Trump aus der Nähe analysieren konnte, aus seiner Verachtung für ihn und seinen Politikstil keinen Hehl, aber billige Schuldzuweisungen sind seine Sache nicht.

Lütjen ist hoffnungsvoll, dass das Land notfalls auch vier weitere Jahre mit ihm aushalten würde. Die katastrophale Antwort des Präsidenten auf die Corona-Pandemie und die Black-Lives-Matter-Bewegung, die nach der Drucklegung des Buchs erfolgte, zieht diese optimistische Einschätzung freilich in Frage. Wie dem auch sei: „Amerika im Kalten Bürgerkrieg“ ist getragen von einem tiefen Verständnis der USA, schlüssig argumentiert, fair und souverän im Urteil und blendend geschrieben – eine Kombination, die man selten findet in der deutschen Amerikaforschung.
WBG 2020, 224 Seiten, 20,00€, ISBN: 978-3-806-24076-4

Jill Lepore: Dieses Amerika. Manifest für eine bessere Nation
Was Lütjen nur andeutet, ist ein Weg aus der Polarisierungs-Misere. Den will die Harvard-Historikerin Jill Lepore aufzeigen. Ihr Rezept: Es müsse den USA gelingen, den Nationalismus den Rechtspopulisten zu entreißen und seine mobilisierende Kraft wie in früheren Zeiten für ein liberales Fortschrittsprojekt zu nutzen.

Schon in ihrem Mammutwerk „Diese Wahrheiten“ (2019) wandte sich Lepore dem seit den 1960er Jahren vernachlässigten Genre der Nationalgeschichtsschreibung zu. Meisterlich erzählte sie darin die Entwicklung der USA als ständiges Ringen um die Umsetzung des Gründungsversprechens aus Gleichheit, naturgegebenen Rechten und Volkssouveränität. Hatte sie in „Diese Wahrheiten“ dem Leser ihre These noch wohldosiert nähergebracht, so legt sie in ihrem knappen Nachfolgebuch „Dieses Amerika. Manifest für eine bessere Nation“ ihre Weltsicht uneingeschränkt offen. Es ist gleichermaßen historischer Essay und politisches Traktat.
C.H. Beck 2020, 160 Seiten, 14,95€, ISBN: 978-3-406-74920-9

Daniele Ganser: Imperium USA. Die skrupellose Weltmacht
So sehr Lepore an der tiefverwurzelten Moral und höheren Bestimmung Amerikas festhält, so sehr ist Daniele Ganser in „Imperium USA“ vom Gegenteil überzeugt. Ihn mit Lütjen und Lepore in eine Rezension zu zwängen, ist eigentlich unzulässig. Wo die beiden Wissenschaftler Gedanken und Horizont weiten, indem sie ihre These sorgsam ausbreiten, Gegenargumente erörtern und es jedem anheimstellen, sich sein Urteil zu bilden, schnürt der Agitator Ganser seine Leser in ein Gesinnungskorsett. Für ihn sind die USA ein Schurkenstaat und Urgrund allen Übels auf der Welt.

Natürlich sieht sich Ganser, wie in konspiratorischen Kreisen üblich, als Verfolgter. Am Wikipedia-Artikel zu seiner Person, der ihn als Verschwörungstheoretiker bezeichnet, will er nachweisen, wie ihn bestimmte Kräfte zu diskreditieren versuchen. Als Beleg für die Verschlagenheit der USA berichtet er, dass er ihre Militärbasis in Katar nicht hätte besichtigen dürfen, als er sich mit dem Taxi – offenbar unangekündigt – vorfahren ließ. Dass sich Gansers Doktorvater von ihm distanzierte, man ihm die Habilitation verweigerte und ihn die Uni Basel als Lehrbeauftragten nicht verlängerte, sieht er als Folge „der Brisanz meiner Forschungsresultate zum US-Imperialismus“.

Die Fachwelt dürfte es verstehen als Versuch, wissenschaftliche Standards zu wahren und Scharlatane von Studenten fernzuhalten. Aber seine Bücher sind Bestseller, seine Vorträge ausverkauft, seine Fangemeinde huldigt ihm, wie ein Blick auf die Leserkommentare auf Amazon zeigt. Wer die Irrungen und Wirrungen einer hochmobilisierten außenpolitischen Sekte in der Schweiz und in Deutschland verstehen will, kommt an den Büchern ihres Guru Ganser nicht vorbei. Über die wirklichen und nicht wenigen Probleme der torkelnden Supermacht USA erfährt er dort aber nichts.
Orell Füssli Verlag 2020, 392 Seiten, 25,00€, ISBN: 978-3-280-05708-7

Roman-Klassiker zu aktuellen Themen

Harper Lee: Wer die Nachtigall stört
Scout und ihr älterer Bruder Jem erleben im Südstaaten-Amerika der 30er Jahre die grausamen Folgen von Vorurteilen und Rassismus. Ihr Vater Atticus verteidigt als Anwalt den schwarzen Landarbeiter Tom Robinson, der ein weißes Mädchen vergewaltigt haben soll. Scout und ihr Bruder unterstützen das demokratische Gerechtigkeitsempfinden ihres Vaters, was sie selber in Gefahr bringt. Harper Lee (1926-2016) erhielt für diesen 1960 erschienenen Roman, der in 40 Sprachen übersetzt wurde, 1961 den Pulitzerpreis.

Es gibt auch eine mit mehreren Oscars ausgezeichnete Verfilmung des Romans.

Rowohlt Taschenbuch, Berlin, 7. Auflage 2016, 448 Seiten, 10,- Euro, ISBN: 978-3-499-21754-8

Tschingis Aitmatov: Dshamilja
Eine der schönsten Liebesgeschichten der Welt – historisch eingebettet in die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg. Dshamilja lebt 1943 allein in einem kleinen Dorf in Kirgisien. Ihr wenig geliebter Mann zog kurz nach der Hochzeit in den Krieg. Bei den täglichen Getreidetransporten der Kolchose zum Bahnhof lernt sie den Frontheimkehrer Danijar kennen, der sehr scheu und in sich gekehrt lebt und von den Menschen im Dorf gemieden wird. Eines Abends singt er auf dem Heimweg ein Lied, das Dshamilja tief bewegt. Dshamilja muss sich zwischen Danijar und ihrem Mann, zwischen Tradition und Aufbruch entscheiden. Der 1958 erschienene Roman gehörte in der DDR zur Pflichtlektüre in den Schulen, was ihn aber nicht weniger lesenswert macht. Tschingis Aitmatov (1928-2008) war ein kirgisischer Schriftsteller und Journalist, der hauptsächlich auf Russisch veröffentlichte und sich auch politisch engagierte. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion war er u.a. Botschafter für Kirgisistan in Frankreich und den Benelux-Staaten.

Insel-Bücherei, Suhrkamp/Insel, Berlin 2009, 109 Seiten, 16,- Euro, ISBN: 978-3-458-20009-3

 

Robert Harris: Die Cicero-Trilogie

Imperium, Titan, Dictator
Intrigen, politische Verwicklungen und Verschwörungen führten im ersten Jahrhundert vor Christus zum Untergang der Römischen Republik und zur Etablierung des Kaiserreichs. Rund um den bedeutenden Politiker, Redner, Schriftsteller und Philosophen Marcus Tullius Cicero erweckt der britische Autor Robert Harris in drei Romanen (erschienen 2006, 209 und 2015) eine der bekanntesten Zeitspannen des Römischen Reiches zum Leben. Cäsar, Pompeius, Marcus Antonius sowie der spätere Augustus sind bedeutende Figuren in den spannenden Politkrimis, die sich nicht nur für Antike-Fans eignen, sondern nebenbei aufzeigen, wie leicht staatliche Funktionen und Institutionen ausgehebelt und missbraucht werden können.

Band 1: Imperium, Heyne Verlag, München, 2. Auflage, 2015, 496 Seiten, 10, 99 €, ISBN-13: 978-3453419353

Band 2: Titan, Heyne Verlag, München, 2. Auflage, 2015, 560 Seiten, 10, 99 €, ISBN: 978-3453419360

Band 3: Dictator, Titan, Heyne Verlag, München 2017, 528 Seiten, 10, 99 €, ISBN: ISBN-13: 978-3453438668

Empfehlungen zu den Themen Rassismus, Vorurteile und Identität

Alice Hasters: Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen: aber wissen sollten

Eindrücklich schildert die Journalistin ihre Erfahrungen mit Rassismus in Deutschland und den USA. Sie schafft es mit Vorurteilen aufzuräumen und Denkanstöße zu geben, ohne belehrend oder verurteilend zu sein.

Hanserblau, Berlin 2019,  208 Seiten, 17 Euro,  ISBN: 978-34462642

Tupoka Ogette:  exit RACISM: rassismuskritisch denken lernen

Mit praktischen Übungen führt Tupoka Ogette ihre Leser*innen an das rassismuskritische Denken heran. Man kommt dadurch möglicherweise aus seiner eigenen Komfort Zone oder wie die Autorin schreibt, aus „Happyland“ heraus. Durch Übungen, die Ogette auch als Trainerin anwendet, hinterfragt man sich selbst und andere. Eine Reise, die sich gerade in diese Zeiten, noch mehr lohnt anzutreten.

Unrast Verlag, Münster 2019, 136 Seiten, 12, 80 Euro, ISBN: 978-3897712300

Chimamanda Ngozi Adichie:  Americanah

In ihrem Roman Americanah erzählt die Autorin Chimamanda Ngozi Adichie eindrücklich die Geschichte von Ifemelu und Obinze. Was wie eine Liebesgeschichte beginnt, spinnt sich über die Seite zu einem Roman über Identität und Rassismus und über den eigenen Platz in der Welt und wo die Heimat eines jeden einzelnen liegt.

Fischer Taschenbuch, Berlin 2015, Seiten 608, 13 Euro, ISBN: 978-3596185986

Empfehlungen zum Thema Utopien

Gesellschaftliche Umbrüche und Krisen wie etwa die derzeitige Corona-Pandemie sind Situationen, in denen Staaten oder Kulturen in Frage gestellt oder ganz zerstört werden können. Diese Prozesse sind schmerzhaft und lösen Ängste aus -  aber aus ihnen kann auch etwas Neues hervorgehen; oder zumindest kann der Mensch daraus Schlüsse über Fehler ziehen, die es in Zukunft zu vermeiden gilt.

Eine Weltkarte, in der das Land Utopia nicht verzeichnet ist, verdient keinen Blick, denn sie lässt die Küste aus, wo die Menschheit ewig landen wird. Und wenn die Menschheit da angelangt ist, hält sie Umschau nach einem besseren Land und richtet ihre Segel dahin. Der Fortschritt ist die Verwirklichung der Utopie (Oscar Wilde).

In Zeiten wie dieser, in denen ein Virus die Welt zum Stillstand zu bringen scheint, könnte man meinen, dass –  ganz im Gegenteil zu Wildes Bonmot –  die düsteren Visionen mancher Dystopien Wirklichkeit werden.

Einen gut lesbaren Überblick über die Geschichte der Utopie bietet das Buch von Thomas Schölderle dazu. Als philosophische Untermauerung kann die Analyse von Ágnes Heller herangezogen werden. Mit der Gegenwart beschäftigt sich in einem viel diskutierten und umstrittenen Buch Rutger Bregman. Wem das zu viel Theorie ist, der kann sich in zahlreichen Romanen und Filmen einmal mit Dystopien auseinandersetzen. Einige wenige Anregungen dazu: Aldous Huxley, Schöne neue Welt (1949)/ George Orwell, 1984 (1949)/ Margret Atwood, Der Report der Magd (1985)/ Robert Harris, Vaterland (1992)/ Kazuo Ishiguro, Alles, was wir geben mussten (2005) – fast alle sind auch verfilmt!

Thomas Schölderle: Geschichte der Utopie

Ein gut lesbarer, chronologischer Überblick über die Geschichte der Utopie, ihre wichtigsten Entwürfe, ihre wesentlichen Merkmale, Ziele und Funktionsweisen. An Denkern wie Platon, Joachim von Fiore, Thomas Morus, Francis Bacon, Tommaso Campanella, J.G. Schnabel, William Morris und George Orwell u.v.a. werden Denkströmungen von der Antike bis zur Gegenwart vorgestellt.

UTB/Böhlau, Köln, Weimar, Wien, 2. Überarbeitete und aktualisierte Auflage 2017, 211 Seiten, 17,99 €, ISBN 978-3825248185

Ágnes Heller: Von der Utopie zur Dystopie. Was können wir uns wünschen?

In einem lesenswerten philosophischen Essay legt die Autorin dar, wie unsere Vorstellungen von der Zukunft zustande kommen. Dabei geht sie auf die wichtigsten historischen Utopien ein und diskutiert, ob Utopien überhaupt erstrebenswert sind, bzw. unweigerlich einen totalitären Charakter haben. Sie analysiert moderne Dystopien von Aldous Huxley bis Michel Houellebecq und kommt zu dem Ergebnis, dass diese durch ihre ganz konkreten Vorstellungen eine Warnfunktion vor den Gefahren für Freiheit und Demokratie übernehmen.

Edition Konturen, Wien, Hamburg, 2016, 95 Seiten, 19,80 €, ISBN 978-3902968203

Rutger Bregman: Utopien für Realisten

Der niederländische Journalist und Historiker fordert dazu auf, „das Unmögliche zu denken“, um den großen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen. Bewusst provokant behauptet er beispielweise: „Die Zeit ist reif für die 15-Stunden-Woche, offene Grenzen und das bedingungslose Grundeinkommen“. Er geht davon aus, dass historischer Fortschritt immer auf utopischen Ideen basierte. Seine Thesen sind heftig umstritten – regen aber zum Nachdenken und zur Diskussion an.

Rowohlt, Hamburg, 8. Auflage 2020, 302 Seiten, 10,00 €, ISBN 978-3499633003

Empfehlungen zum Thema 30 Jahre Wiedervereinigung

Ines Geipel: Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass
Die ehemalige DDR-Leichtathletin und Wissenschaftlerin stellt die Frage, woher die große Wut im Osten Deutschlands kommt. Das Buch sucht Antworten auf das Warum der Radikalisierung, ohne die aktuell bestimmende Opfererzählung nach 1989 zu bedienen. Es erzählt von den Schweigegeboten nach dem Ende der NS-Zeit, der Geschichtsklitterung der DDR und den politischen Umschreibungen nach der deutschen Einheit.
Klett Cotta, Stuttgart 2019, 277 Seiten, ISBN 978-3-608-96372-4

Wolfgang Hilbig: Das Provisorium
Der Schriftsteller C. aus Leipzig darf in den achtziger Jahren die DDR vorübergehend mit einem Visum verlassen; in der Bundesrepublik verliebt er sich in eine Westdeutsche. Obwohl sich C. im Westen nach wie vor unwohl und fremd fühlt, obwohl er immer mehr in Alkoholexzessen und in Schreibhemmungen versinkt, lässt C. den Termin für seine Rückreise verstreichen, wodurch der Osten für ihn unerreichbar wird.
Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2000, 320 Seiten, ISBN 3-10-033623-2

Das Leben der Anderen
1984, Ostberlin: Das Leben der Anderen ist für Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler nur bezüglich einer Frage interessant: Handelt es sich um Feinde des Staates? Wiesler ist ein linientreuer Abhörexperte, dem die Arbeit zum einzigen Lebensinhalt geworden ist. (Netflix)

Empfehlung zum Thema Krisen, die in der Weltgeschichte tiefe Zäsuren hinterlassen haben

Jared Diamond: Kollaps. Warum Gesellschaften überleben oder untergehen.

Jared Diamond war Professor für Physiologie an der UCLA in Los Angeles und hat untersucht, warum manche hoch entwickelte Kulturen wie die Maya oder die Wikinger untergegangen sind, während andere überlebten. In dieser spannenden Studie geht es unter anderem um die Wikinger, die Kulturen von Angkor oder China. Diamond stellt dabei fest, dass ein wesentlicher Faktor des Untergangs vieler Kultur der falsche Umgang mit ökologischen Ressourcen war.
Fischer Verlag, Frankfurt am Main 32014, 724 Seiten, ISBN 978-3-596-19258-8

Pankaj Mishra: Aus den Ruinen des Empires. Die Revolte gegen den Westen und der Wiederaufstieg Asiens
Nachdem die letzten Erben des Mogul-Reiches getötet worden waren und der Sommerpalast in Peking zerstört, schien die asiatische Welt vom Westen besiegt. Pankaj Mishra erzählt, wie in dieser Situation drei Intellektuelle aus Indien, China und Afghanistan eine Fülle an Ideen entwickelten, die zur Grundlage für ein neues Asien wurden.

Der Autor zeigt dabei die Dimensionen eines von Arroganz und Selbstgerechtigkeit geprägten Eurozentrismus auf, „der nicht in der konstruierten Überlegenheit der westlichen Weltauffassung, sondern in der Konstruktion unterschiedlicher gesellschaftlicher Lebensformen als auch durch religiöse Weltauffassungen“ bedingt ist (S. 387).
Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2013, 441 Seiten, ISBN 978-3-10048838-1

Persepolis
Die sog. „Iranische Revolution“ fegte 1979 das vom Westen unterstützte Regime des Schah weg; mit Ayatollah Khomeini begann die bis heute andauernde Herrschaft der Mullahs. Marjane Satrapi erzählt die Geschichte ihres Lebens, ihre Jugend im Iran und ihr späteres Leben im europäischen Exil in Form einer Graphic Novel, die 2007 in der kongenialen Verfilmung „Persepolis“ veröffentlicht wurde.

Empfehlungen zum Thema Macht und Ohnmacht

Tim Marshall: Die Macht der Geographie

Tim Marshall erklärt die Weltpolitik anhand der Geografie. Sein Geographie-Begriff umfasst nicht allein die Topografie, sondern auch die Lage von Staaten, ihre Grenzen, ihre Position zueinander, ihre Land- und Seewege, ihre territorialen Interessen, ihre Geschichte, Kriege, Religionen und dergleichen mehr.

dtv, München 2015, 304 Seiten, 22,90 EUR, ISBN 978-3423280686

Jared Diamond: Kollaps. Warum Gesellschaften überleben oder untergehen.

Warum gehen manche hoch entwickelte Kulturen wie die Maya oder die Wikinger unter, während andere überlebten? Der Autor zeichnet in seiner Studie die Muster nach, die dem Untergang von Gesellschaften (oder ihrem Überleben) zugrunde liegen, und zeigt, was wir für die Zukunft daraus lernen können.

Fischer Verlag, Frankfurt am Main 32014, 724 Seiten, ISBN 978-3-596-19258-8

Chernobyl

Die Fernsehserie zeichnet das Reaktor-Unglück aus dem Jahr 1986 nüchtern und akkurat aus etlichen Perspektiven nach; neben den schauspielerischen Leistungen beeindrucken auch die Settings.

(Sky Original)

Empfehlung zum Thema Münchner, bayerische, deutsche und europäische Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert

Ian Kershaw: Höllensturz. Europa 1914 bis 1949

Der britische Historiker präsentiert einen Überblick über die Entwicklungen in den europäischen Staaten in der Zeit von 1914 bis 1949, die von Krisen, Kriegen, Völkermorden, Vertreibungen und politischen Unruhen geprägt sind. Anschaulich erzählt und doch genau analysiert sind Unterschiede, Parallelen, Zusammenhänge, Abhängigkeiten und Wandlungen im damaligen Europa.

Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2016, 768 Seiten, 34,99 Euro,ISBN 978-3421047229

Löwengrube - Die Grandauers und ihre Zeit (1991)

Schon etwas in die Jahre gekommen, immer noch eindrucksvolle Serie, die die Entwicklungen von ca. 1900 bis in die 1950 aus der Perspektive einer kleinbürgerlichen bayerischen Familie erzählt.

(Netflix)

Barbara Bronnen: Feldherrnhalle

Die Auseinandersetzung der Autorin mit ihrer Münchner Wahl-Heimat ist weniger ein idyllischer Spaziergang, sondern viel mehr ein kritisch-historischer Streifzug quer durch die Geschichte nicht nur der bayerischen Hauptstadt, mit ständigem Bezug zur politischen und sozialen Situation der Gegenwart.

Europa Verlag, Berlin 2016, 285 Seiten, ab 6,99 Euro,ISBN 978-3-95890-044-8

Empfehlung zum Thema Widerstand während der Zeit des Nationalsozialismus

Through The Darkest of Times
Ein historisches Strategiespiel über den Widerstand gegen den Nationalsozialismus während des Dritten Reichs in Berlin. Der/die Spielende ist Mitglied einer kleinen Widerstandsgruppe in Berlin zur Zeit des Nationalsozialismus. Das Spiel zeigt, wie schwer es ist sich dem faschistischen Regime entgegenzustellen und den Widerstand zu organisieren: Flugblätter zu verteilen, herauszufinden und aufzuklären, was die Nazis wirklich vorhaben, Botschaften zu senden, Informationen zu sammeln, mehr Anhänger zu gewinnen und Leben zu retten.  Und das alles unter großer Gefahr und im Wettlauf gegen die Zeit!

Computerspiel, Paintbucket Games, 2019
Das Spiel wurde mit dem Deutschen Computerspielpreis in der Kategorie „Bestes Serious Game“ ausgezeichnet.

Der Fotograf von Mauthausen (Graphic Novel)
Die Graphic Novel basiert auf dem Schicksal von Francisco Boix, einem katalanischen Fotografen, der wie 7.000 seiner republikanischen Genossen von den Nationalsozialisten ins Lager Mauthausen deportiert wurde. Zu Beginn ist er nur daran interessiert, diesen wahrhaftigen Alptraum irgendwie zu überleben. Aber als er auf den SS-Hauptscharführer Paul Ricken trifft, einen perversen Nazi-Ästheten, der sich daran erfreut, das Grauen zu fotografieren, versteht der junge Mann, dass dies ein einzigartiges Zeugnis ist. Für den sogenannten Erkennungsdienst gelang es Boix Häftlinge, SS-Aufseher und den Lageralltag abzulichten. Allein beim Besuch Heinrich Himmlers im April 1941 entstanden 4.000 Aufnahmen. Während seiner fünfjährigen Lagerhaft konnte Boix zehntausende Fotos aus dem Lager schmuggeln. Hilfe leisteten ihm Mithäftlinge und eine mutige Bewohnerin von Mauthausen, Anna Pointner, die die Bilder bis zum Kriegsende bei sich im Garten versteckte. Nach der Befreiung sagte Boix als einziger spanischer Zeuge bei den Nürnberger Prozessen aus. Seine Aufnahmen wurden zur Verurteilung der Täter sowohl bei den Dachauer Prozessen als auch in Nürnberg herangezogen.

bahoe books, Wien, 1. Auflage 201, 176 Seiten, 24 €, ISBN: 3903290009
„Der Fotograf von Mauthausen“ ist auch als Film bei Netflix erhältlich.

Der Bankier des Widerstandes
Die Brüder Gijs und Walraven van Hall hatten eigentlich keine politischen Ambitionen. Sie waren Banker, mehr wollten sie gar nicht sein. Als die Niederlande 1940 jedoch von Nazideutschland erobert und besetzt wird, die Unterdrückungen immer heftigere Formen annehmen, sehen sie sich gezwungen zu handeln. Als Teil des Widerstands finanzieren unterstützen die beiden Banker mit Hilfe eines ausgeklügelten Betrugs Notleidende und finanzieren Streiks und Ausrüstung für den Widerstand. Die Aktivitäten bleiben nicht lange geheim, die Deutschen sind der Sache bereits auf der Spur und suchen fieberhaft nach den Hintermännern.

Der Film gibt einen Einblick in die niederländischen Untergrundaktivitäten. Die Waffen dieser Helden sind Zahlen, Papiere und die Idee eines Systems, um mitten im Krieg Geld aufzutreiben. Es geht nicht nur um den Triumph von Gut über Böse, sondern auch von Verstand über brutale Gewalt.

Dutch Filmworks, Utrecht, 2018; Der Film ist bei Netflix erhältlich.

Empfehlung zum Thema Thema Verschwörungstheorien

Julia Ebner: Radikalisierungsmaschinen. Wie Extremisten die neuen Technologien nutzen und uns manipulieren.                                                                                                                                               

Welchen Mustern folgen Wahlmanipulationen, Desinformationskampagnen, Anschlagsplanungen? Ein Erfahrungsbericht auf den Spuren von Hacker*innen, Trollen, Verschwörer*innen und Terrorist*innen.

Suhrkamp Verlag, Berlin 2019, 334 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3518470077

Bernhard Pörksen, Friedemann Schulz von Thun: Die Kunst des Miteinander-Redens. Über den Dialog in Gesellschaft und Politik

Der Gesprächsband hilft verstehen, warum das Diskutieren etwa mit Verschwörungstheoretiker*innen so schwierig ist – aber auch, worauf sich achten lässt.

Hanser Verlag, München 2020, 224 Seiten, 20,00 Euro, ISBN 978-3446265905

Unter dem Tellerrand

Die Dokumentation begleitet einige Anhänger der Flat-Earth-Theorie in ihrem Alltag. Diese glauben, dass die Erde eine Scheibe sei und dass alle Menschen (außer ihnen natürlich) einer Lüge von „denen da oben“ aufgesessen seien. Ein aufschlussreicher Einblick in die Welt von Verschwörungstheorien und den Menschen dahinter.

Die Dokumentation ist über Netflix erhältlich.

Empfehlung zum Thema Diversity

David Mayonga: Ein Neger darf nicht neben mir sitzen

David Mayonga alias Roger Rekless ist Moderator, Produzent und Pädagoge. In seinem Buch schildert er seine persönlichen Erlebnisse mit dem alltäglichen Rassismus in Deutschland. Scharf analysiert mit einer Prise Humor, aber immer mit einem positiven Blick, der nach vorne gerichtet ist.

Komplett Media, München 2019, 240 Seiten, 18 Euro, 978-3831204854

Madeleine Hofmann: Macht Platz! – Über die Jugend von heute und die Alten, die überall dick drinsitzen und über fehlenden Nachwuchs schimpfen                 

Ein spannendes Buch über die Generationenfrage, das nicht belehrend daherkommt. Mit vielen anschaulichen Statistiken und Beispielen und einem mitreißenden Schreibstil gibt die Autorin Anregungen und Argumente für die gemeinsame Diskussion.

Campus Verlag, Frankfurt am Main, 2018, 192 Seiten, 17,95 Euro, ISBN 978-3593509150

Christina Dachler: VOX

Eine spannende Dystopie, die in den USA spielt. Frauen wird es untersagt zu sprechen und das Sprechen gar unter Strafe gestellt. Die Autorin skizziert eine Welt, in der das weibliche Geschlecht verstummen soll.

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2018, 397 Seiten, 20 Euro, ISBN 978-3103974072

Weitere Publikationen

Unsere Publikationen aus den Bereichen Didaktik/Vermittlung, Geschichte/Zeitgeschichte, Politik/Gesellschaft sowie unsere Themenhefte aus der Reihe Einsichten+Perspektiven bieten jede Menge Lese- und Lernstoff für Fernunterricht, Selbststudium oder auch einfach zur Unterhaltung. Hier finden Sie eine Übersicht unserer aktuellen Titel.

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