Digitale Zukunftsnächte – The Future is Yours!

  1. Vermittlung
  2. Digitale Zukunftsnächte
BLZ
 
Zielgruppe: Mittel-, Real- und Wirtschaftsschulen ab der 8. Klasse
 
Beginn: 16:00 Uhr
 
Ende: ca. 11:00 Uhr des Folgetages
 
Ansprechpersonen: Maximilian Nominacher, Adrian Schilde

Visionen für die Zukunft der eigenen Stadt

Ein Großteil der jungen Generation blickt mit Sorge in die Zukunft. Deutschlandweit gaben 86 Prozent der 14- bis 24-Jährigen im Jahr 2022 bei einer repräsentativen Befragung der Vodafone-Stiftung an, dass sie sich Sorgen um die Zukunft machen. Der Politik stellen die jungen Menschen zugleich ein ernüchterndes Zeugnis aus: Nur 23 Prozent glauben, dass Deutschland es bis 2050 schaffen wird, den Klimawandel in den Griff zu bekommen und weniger als ein Drittel hat dabei den Eindruck, die Politik in Deutschland selbst mitgestalten zu können.

Vor diesem Hintergrund hat die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit (BLZ) gemeinsam mit den Medienpädagogen des KidsLab Augsburg und Q3 aus Traunstein das Projekt der Digitalen Zukunftsnächte ins Leben gerufen. Dabei übernachten die Jugendlichen im eigenen Schulhaus und entwickeln ihre ganz eigenen Visionen für die Zukunft ihrer Kommune vor Ort. Der Clou: Ihre Zukunftsentwürfe bauen sie innerhalb der virtuellen Welt von Minetest, der Open-Source Variante des beliebten Computerspiels Minecraft.
 

Was passiert bei einer Digitalen Zukunftsnacht?

Zu Beginn jeder digitalen Zukunftsnacht steht die Auseinandersetzung mit den Erwartungen der Teilnehmenden gegenüber der Zukunft. Indem sich die Jugendlichen mithilfe des sogenannten „Polak Spiels“ innerhalb eines Koordinatensystems verorten, ist es leicht, mit ihnen über ihre Zukunftserwartungen ins Gespräch zu kommen. Nach diesem Auftakt erhalten die Jugendlichen einen Crashkurs zum Thema Kommunalpolitik. Wofür sind Kommunen zuständig, wie kann ich mich einbringen und wovon hängt es ab, ob eine Idee umgesetzt wird? An diesem Punkt treffen die Teilnehmenden auf Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern vor Ort, zum Beispiel die Mitglieder des örtlichen Jugendparlaments oder die Jugendvertretung des Gemeinderats. Auf diese Weise lernen die Teilnehmenden mehr über kommunale Entscheidungsstrukturen und erhalten zugleich Tipps, wie sie ihre Ideen in der Praxis auch gegen Widerstände durchsetzen können.
 
Im Anschluss beginnt die eigentliche Zukunftswerkstatt mit der Sammlung von Kritikpunkten zur eigenen Kommune. Gemeinsam haben die Jugendlichen die Aufgabe, so viele Probleme wie möglich zu identifizieren, die sie vor Ort stören. Das können die fehlende Busverbindung, der zu hohe Dönerpreis, oder die steigenden Mietpreise sein. Auf die Auseinandersetzung mit den Problemen folgt die sogenannte Utopiephase. Der schnöden Wirklichkeit kommt hier für kurze Zeit keine Bedeutung zu. Wie sähe eine ideale Kommune aus, in der die genannten Probleme gelöst wären? Welche sozialen und technischen Innovationen könnte es dazu 2050 geben? Im gemeinsamen Brainstorming sind die Teilnehmenden dazu aufgerufen, zunächst alle Ideen zuzulassen. Der Bus fährt nicht? Dann bauen wir eben einen Hyperloop, der uns schnell von A nach B bringt. Indem sie gemeinsam die aus ihrer Sicht perfekte Kommune erfinden, schulen die Teilnehmenden ihr politisches Möglichkeitsbewusstsein und ihre Kompetenzen für einen souveränen und konstruktiven Umgang mit der inhärent unsicheren Zukunft.
 
BLZ
Hochbahn
BLZSchülerinnen und Schüler in der Arbeitsphase
BLZDie Zukunft ist im Bau!
BLZ
Lösungen für Missstände entwickeln

Digitale Zukunftswerkstätten via Minetest

Anschließend finden sie sich in Gruppen zusammen und erhalten nach einer kurzen Einführung in Minetest die Möglichkeit, ihre Visionen in eigenständiger Arbeit umzusetzen. Die Teilnehmenden starten Minetest auf ihren Laptops und finden sich innerhalb in einer virtuellen Welt wieder, welche die Grundstruktur ihrer jeweiligen Kommune abbildet, also beispielsweise Straßen, Grundrisse von Gebäuden und Flüsse.
 
Der gamebasierte Ansatz via Minetest ist dabei eine innovative Möglichkeit, um an die Lebenswelt der Jugendlichen anzuknüpfen und auch jüngere Zielgruppen effektiv miteinzubeziehen. Wer einmal erlebt hat, wie die Augen der Jugendlichen bei einer digitalen Zukunftsnacht zu leuchten beginnen, wenn es an die Umsetzung der eigenen Ideen via Minetest geht, der wird diese Methode sehr zu schätzen lernen. Auf diese Weise gelingt es, die Jugendlichen dafür zu begeistern, sich mit langfristigen Herausforderungen in ihrer Kommune zu beschäftigen und zugleich zu zeigen, dass die Zukunft ein kollektiver Gestaltungsauftrag ist, anstatt etwas, das man passiv erleidet.
 
Um 2 Uhr nachts wird der Server schließlich abgeschaltet, bevor es morgens mit einem Frühstück und der Präsentation der Ergebnisse aus Minetest weitergeht. Die Jugendlichen führen dabei selbst durch ihre Bauten und erklären, wie sie vorgegangen sind, wobei anschließend die kreativsten und besten Ideen gekürt werden.
 

Wie geht es mit den Ideen weiter?

Das Projekt bleibt jedoch nicht alleine bei den Utopien stehen. Auf die Zukunftsnacht selbst folgt einige Zeit später eine gemeinsame Diskussionsveranstaltung, bei der jede beteiligte Schule eine Delegation der Schülerinnen und Schüler mit den innovativsten Zukunftsideen entsendet. Zusammen mit Delegationen anderer Schulen können sie hier ihre Vorschläge zur Gestaltung der Zukunft Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitikern aus ihrer Region vorstellen und versuchen, diese für ihre Ideen zu begeistern. Auch wenn der lokale Hyperloop vielleicht nicht innerhalb der nächsten fünf Jahre gebaut wird, ist er doch eine ideale Gesprächsgrundlage, um beispielsweise über das Thema kommunale Verkehrsinfrastruktur ins Gespräch zu kommen und dadurch den Anliegen der Jugendlichen Gehör zu verschaffen.
 

Sie möchten auch an Ihrer Schule eine digitale Zukunftsnacht veranstalten?

Gar kein Problem! Melden Sie sich per E-Mail an zukunftsnacht@blz.bayern.de und wir informieren Sie über den nächsten Ausschreibungszeitraum.
 

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